Roter Zahnradbahn-Wagen fährt bergab am Cerro San Cristóbal, Santiago, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Cerro San Cristóbal, Santiago, Chile

Roter Zahnradbahn-Wagen fährt bergab am Cerro San Cristóbal, Santiago, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-D0443B

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On the image

Der Fotograf lehnte sich aus einem fahrenden Zahnradbahn-Wagen heraus, um dieses Foto zu machen – eine Entscheidung, die damals sinnvoll war und heute nicht empfohlen würde. Unten breitet sich Santiago in dem pflichtbewussten Raster einer Stadt aus, die sich vorerst entschlossen hat, nicht höher zu wachsen. Das Gleis biegt unter einer kleinen eisernen Bockbrücke ab in Richtung eines zweiten roten Wagens, der hinaufklettert; die beiden passieren sich pünktlich, wie es Zahnradbahnen seit Erfindung des Gegengewichts tun.

Ein Schild an der Stange trägt die Aufschrift PROHIBIDO TRANSITAR POR LA ESCALA und verbietet Fußgängern, auf dem Glisbett zu gehen – die Art von Anweisung, die existiert, weil jemand genau das irgendwann getan hat und es schlecht endete. Niemand im Bild läuft auf dem Gleis. Das Schild bekommt trotzdem Anerkennung, in der selbstsicheren Bürokratie-Tradition, Menschen vor Dingen zu warnen, die sie nie tun würden, bis man ihnen sagt, dass es verboten ist.

Der Wagen selbst ist in jenem tiefen Behördenrot gestrichen, das der öffentliche Nahverkehr in der Zeit bevorzugte, bevor sich jemand Gedanken über Markenidentität machte. Er ist offensichtlich viele Male über viele Jahre hinweg neu gestrichen worden, jeder Anstrich von jemandem aufgetragen, der, zu Recht, annahm, dass die Maschine ihn überleben würde.

The historian's note

Dies ist die Zahnradbahn, die zum Cerro San Cristóbal in Santiago, Chile, hinaufführt, eine Bergbahn, die seit ihrer Eröffnung 1925 Fahrgäste zwischen dem Stadtteil Bellavista und dem Gipfelpark des Hügels befördert. In den 1960er Jahren war die Bahn eine etablierte städtische Einrichtung, genutzt von Berufstätigen und von Besuchern auf dem Weg zu den Aussichtsterrassen, der Kapelle und dem Zoo auf dem Hügel.

Die Zahnradbahn fährt auf zwei festen Gleisen mit einer Ausweichschleife und ermöglicht es gepaarten Wagen, sich gegenseitig auszugleichen, während einer hinaufsteigt und der andere hinabfährt – ein System, das sich seit seiner Entstehung grundsätzlich nicht verändert hat. Die spanischsprachigen Warnschilder spiegeln die damalige Standardsicherheitspraxis für Schienenverkehr in Fußgängernähe wider und warnen vor dem Gehen auf dem offenen Glisbett zwischen den Bahnsteigen.

Der Hügel und seine Zahnradbahn bleiben ein charakteristisches Merkmal von Santiagos Stadtgeografie und bieten einen der wenigen erhöhten öffentlichen Aussichtspunkte über das Santiago-Becken, ein Umstand, der in der dicht bebauten niedrigen Stadtlandschaft unterhalb des Wagens deutlich sichtbar ist.

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