Zapotekische Effigiuurne (Cocijo), Museumsfotografie, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Oaxaca, Mexico (museum display)

Zapotekische Effigiuurne (Cocijo), Museumsfotografie, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-D116CC

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On the image

In den 1960er Jahren stand jemand mit einer Kamera und einem Dia-Film vor einer Museumsvitrine und beschloss, dass dies das Fotografieren wert war – und das war es auch, wenn auch nicht aus dem Grund, den die Beleuchtung nahelegt. Die Urne ist zapotekisch, aus Ton geformt, um Cocijo, den Regengott, darzustellen: groß äugig, mit Fangzähnen gekrönt mit einem Kopfschmuck aus spiralförmigen Glyphen, die für die Menschen, die sie mit ihren Toten begruben, einmal eine sehr spezifische Bedeutung hatten. Der Amateurphotograph, der mit der Beleuchtung arbeitete, die die Galerie zur Hand hatte, hat zweitausend Jahre Oaxacas Kosmologie in die Farbe eines Dinerlichts getaucht.

Museen der damaligen Zeit bevorzugten ihre präkolumbischen Objekte so präsentiert: allein auf einem Podest, isoliert gegen einen leeren Hintergrund, eher wie Skulpturen behandelt, die zufällig alt waren, als wie Archäologie. Es ließ Besucher das Handwerk bewundern, ohne sie damit zu belasten, dass das Objekt für ein Grab gemacht wurde, nicht für ein Podest. Die Urne scheint sich auch für die andere Anordnung nicht zu interessieren.

Was die Kamera eingefangen hat, ohne es zu versuchen, ist das Selbstbewusstsein einer Epoche, die fremde Altertümer genauso photographierte wie alles andere im Urlaub – sicher, dass die Beleuchtung neben dem Motiv kaum zählte.

The historian's note

Das Objekt ist eine keramische Effigiuurne in der zapotekischen Tradition des Oaxaca-Tals, Mexiko, die Cocijo darstellt, die Regen- und Blitzgottheit, die üblicherweise mit mandelförmigen oder großen Augen, prominenten Fangzähnen und einem gestuften Kopfschmuck mit spiral- oder Voluten-Motiven dargestellt wird, die Wolken und Regen symbolisieren. Urnen dieses Typs wurden während der Klassik der zapotekischen Zivilisation hergestellt, zentral bei Monte Albán, und wurden als Grabbeigaben in Gräbern von Elitepersonen platziert, wobei sie sowohl als religiöses Symbol als auch als Statusmarker fungierten.

Die Photographie selbst dokumentiert die Museumspraxis der 1960er Jahre, als präkolumbische Keramiken häufig als isolierte Kunstobjekte auf schlichten Podesten gegen neutrale Hintergründe präsentiert wurden – ein kuratorischer Stil, der formale plastische Qualitäten gegenüber archäologischem Kontext betonte. Solche Ausstellungskonventionen präägten das Verständnis des Mesoamerikanischen durch die Öffentlichkeit der Mitte des Jahrhunderts weitgehend durch ästhetische Präsentation anstatt ortsspezifischer Interpretation.

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