Weihnachtssterne und eine Wandtelefon-Nische, Vorstadt-Weihnachten, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Weihnachtssterne und eine Wandtelefon-Nische, Vorstadt-Weihnachten, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-85DFF2

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On the image

Jemand löste das Blitzlicht eine halbe Sekunde zu früh aus, was das große ungelöste Problem der Heimfotografie der 1960er Jahre darstellt: Jeder besaß eine Kamera, niemand besaß Timing. Sie steht mitten im Satz, die Brille fängt das Licht ein, die Strickjacke zugeknöpft gegen ein Haus, das offensichtlich auch ohne sie warm genug war, eingefangen genau in dem Ausdruck, den Menschen machen, wenn sie gleich sagen wollen: 'Warte, noch nicht.'

Hinter ihr sitzt das Wandtelefon in seiner eigenen eingebauten Nische, ein kleines architektonisches Denkmal für die Vorstellung, dass das Telefon nun ein fester Bestandteil des Hauses war und kein Gerät auf einem Tisch. Jemand bezahlte einen Schreiner dafür, eine dauerhafte Heimat für eine Wählscheibe zu schaffen, in der Annahme, dass das Telefon sich diese Art von Verpflichtung verdient hatte. Das hatte es, für noch etwa fünfzehn Jahre.

Das Weihnachtsstern-Arrangement am Tischrand, samt Lametta und Band, erledigt die saisonale Arbeit, die von einem gekauften Tischschmuck erwartet wurde: sofortiges Weihnachten, keine Gartenarbeit erforderlich. Eine einzelne Kerze brennt daneben mit dem bescheidenen Anspruch, festlich auszusehen, statt irgendetwas zu beleuchten, was genau dem Zweck einer Kerze der Jahrhundertmitte entsprach.

The historian's note

Die Szene dokumentiert ein amerikanisches Mittelschicht-Wohnzimmer der 1960er Jahre, eine Zeit, in der der Nachkriegswohlstand bestimmte häusliche Einrichtungsgegenstände in Vorstadthäusern vereinheitlicht hatte: die eingebaute Wandtelefon-Nische, der vergoldet gerahmte Landschaftsdruck und die Pendelleuchte an der Decke waren gängige Merkmale von Häusern, die in den 1950er und 1960er Jahren gebaut oder renoviert wurden.

Das Wähltelefon an der Wand, montiert in einer eigens dafür vorgesehenen Nische, spiegelt die Praxis der Jahrhundertmitte wider, die Platzierung des Telefons direkt in die Architektur eines Hauses zu integrieren, ein Merkmal, das größtenteils verschwand, sobald schnurlose und später mobile Telefone feste Installationspunkte überflüssig machten.

Die Weihnachtsstern-Pflanze, seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mit weihnachtlicher Dekoration verbunden, war bis in die 1960er Jahre zu einem standardisierten, massenvermarkteten Feiertagsartikel geworden, der über Blumenhändler und Lebensmittelketten verkauft wurde, und erscheint in diesem Bild als Teil einer für das Jahrzehnt typischen saisonalen Tischgestaltung.

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