Tagebau bei Dämmerung, 1960er Jahre — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
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Tagebau bei Dämmerung, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-26F5E3

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On the image

Jemand stand am Rand dieser Grabung mit einer Kamera und entschied sich, dass die blaue Stunde der Moment zum Fotografieren war, was zeigt, dass er den Grubenraum als Landschaft und nicht als Problem betrachtete. Der Tagebau der sechziger Jahre funktionierte nach einem einfachen gesellschaftlichen Handel: graben, fördern, weitermachen und der nächsten Generation überlassen, herauszufinden, was man mit einem Berg anfängt, dem die Spitze fehlt. Niemand in diesem Jahrzehnt plante für Rekultivierung ein, weil Rekultivierung als rechtliche Anforderung kaum existierte.

Die in den Abhang geschnittenen Terrassen sehen aus dieser Höhe fast architektonisch aus, die Art von Ordnung, die entsteht, wenn schwere Maschinen denselben Horizont Tag für Tag bearbeiten, bis das Gestein seine Form dem Zeitplan unterwirft. Am Grund hat sich ein einzelner See gesammelt, nicht weil jemand ein Wasserspiel geplant hatte, sondern weil das ist, was ein Loch in der Erde schließlich tut, wenn die Pumpen nachts verstummen. Der Wald, der die gesamte Anlage umgibt, tut das Höfliche, das Wälder tun: er so, als wäre die Wunde in seiner Mitte vorübergehend.

Was der Fotograf fast sicher nicht beabsichtigte und die Kamera trotzdem aufnahm, ist wie klein die menschliche Infrastruktur gegen das Gelände aussieht, das sie umgeformt hat. Die Straßen, die sich in Serpentinen in die Grube hinunterziehen, sind nur blasse Fäden. Die eigentlichen Maschinen, sollten welche noch zu dieser Stunde laufen, sind unsichtbar, was entweder poetisch ist oder einfach daran liegt, dass es zu dunkel ist, um sie zu sehen.

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