Bauernhoftheater-Huhn geht auf dem Seil, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Bauernhoftheater-Huhn geht auf dem Seil, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-77E992

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On the image

Das Schild versprach ein Theater, doch die Bühne bestand aus einem Stück Seil, das quer über einen Schuppen mit Schindeldach gespannt war, und der Star war eine weiße Henne, die offenbar davon überzeugt worden war, dies sei eine vernünftige Art, den Nachmittag zu verbringen. Irgendwo hinter ihr, im Dunkel der Scheune, verbarg sich, was auch immer an Draht, Rolle oder körnerbasierter Bestechung den Trick funktionieren ließ, unsichtbar für die zahlenden Besucher, die nicht fragen sollten.

Kleine Zoos und Bauernhofparks jenes Jahrzehnts lebten von genau dieser selbstsicheren Schaustellerei, dem Glauben, dass eine handbeschriftete Tafel und ein dressiertes Tier einen Holzschuppen in eine Attraktion verwandeln könnten, die den Eintritt wert war. Niemand der Beteiligten schien der Meinung zu sein, dass ein Huhn, das eine Zirkusnummer vorführt, einer weiteren Rechtfertigung bedürfe, als das Schild sie bereits lieferte.

Die Henne ihrerseits überquerte das Seil mit der ausdruckslosen Konzentration eines Geschöpfs, das die Aufgabe verstand, nicht aber die Metapher, womit sie den meisten Darbietern unter einem Aushängeschild solchen Ausmaßes weit voraus war.

The historian's note

Kleine Zoos, Bauernhofparks und Tierattraktionen für Kinder verbreiteten sich in den 1960er Jahren in Großbritannien und Teilen der Vereinigten Staaten, oft aufgebaut um eine einzelne Kuriositätennummer, untergebracht in einer rustikalen Holzkonstruktion. Ein 'Bauernhoftheater' dieser Art führte typischerweise Darbietungen dressierter Tiere auf, etwa seiltanzendes Geflügel, als kostengünstige Attraktion für Familienausflügler.

Diese Attraktionen stützten sich auf einfache mechanische Hilfsmittel, meist einen gespannten Draht oder ein Seil sowie wiederholte Konditionierung mit Futter, um Nummern hervorzubringen, die eindrucksvoller wirkten, als es ihre Technik rechtfertigte. Sie waren gängige Bestandteile provinzieller Zoos, Vergnügungsgärten und Straßenrand-Bauernhofattraktionen jener Zeit, von denen die meisten inzwischen geschlossen oder in größere kommerzielle Parks eingegliedert wurden.

Der konkrete abgebildete Standort lässt sich anhand des Bildes allein nicht bestätigen, doch das Schindeldach, die handgemalte Beschilderung und die Seiltanz-Inszenierung entsprechen einem kleinen Zoo oder einer Bauernhof-Touristenattraktion der Jahrhundertmitte, wie sie für jenes Jahrzehnt typisch war.

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