Frau mit tropischer Ziergewächs-Spezimen, 1950er Jahre — Archive & Atlas
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Frau mit tropischer Ziergewächs-Spezimen, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-DE4B27

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On the image

Eine Frau in einer türkisfarbenen Strickjacke steht vor einer massiven blühenden Pflanze in einem Ort, der wie ein botanischer Garten oder ein Arboretum wirkt—jener Art von Ort, an dem der Besucher der 1950er Jahre ankam, um den lebenden Beweis zu sehen, dass Wissenschaft und Kultivierung ein Stück Erde in einen Rivalen ferner Länder verwandeln konnten, ohne dass man dafür verreisen musste. Die Pflanze vor ihr—eine hochragende rote Clivia oder ein ähnliches tropisches Exemplar—wurde so gezogen und gepflegt, dass sie ihre eigene Unwahrscheinlichkeit verkündet: Dieses Gewächs sollte in einem gemäßigten Klima nicht existieren, und dennoch ragt es hier auf, gehegt von einer entschlossenen Hand. Dahinter breitet sich der Garten in geordneter Zurschaustellung aus: Palmen, exotische Sträucher in Rot- und Purpurtönen, zu geometrischer Selbstsicherheit geschnittene Hecken, alles arrangiert nach der Annahme, dass Fülle und Kontrolle ein und dasselbe seien. Sie hält ihre Handtasche und blickt die Pflanze mit dem Ausdruck jemandes an, der Beweise dafür sieht, dass die natürliche Welt gelöst worden war.

The historian's note

Botanische Gärten und Arboreten dienten Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts sowohl als Aufbewahrungsorte gartenbaulicher Wissenschaft als auch als Verkörperung des bürgerlichen Freizeittraums. Die Kultivierung exotischer Exemplare unter Glas und in kontrollierten Klimazonen stellte eine erhebliche Investition in institutionelle Infrastruktur und gärtnerisches Fachwissen dar. Die farbigen Diapositive, die diese Gärten dokumentierten—insbesondere jene in Regionen mit mediterranem oder subtropischem Klima—wurden hergestellt, um den Tourismus zu fördern und die Errungenschaften öffentlicher Gärten beim Zusammentragen und Erhalten von Sammlungen aus aller Welt zu feiern. Dieser Besuch fängt den typischen zwanglosen Nachkriegstourismus und die kulturelle Annahme ein, dass solche Gärten lehrreich und für öffentliche Ausflüge geeignet seien.

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