Zypressenreihe durch ein Autofenster, Tuscany, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Tuscany, Italy

Zypressenreihe durch ein Autofenster, Tuscany, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-0069BF

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On the image

Jemand auf der Rückbank befand die vorbeiziehuende toskanische Landschaft für würdig befunden, sie zu fotografieren, und bat den Fahrer nicht zu verlangsamen. Das Ergebnis ist eine Zypressenreihe, seitlich von Bewegung verwischt – die klassische Signatur eines Touristen, der einer Schachtelkamera zumutete, was nur ein Stativ und ein angehaltenes Auto wirklich leisten können.

Die Zypressen selbst stehen dort, wo Zypressen seit Jahrhunderten stehen, gepflanzt in geordneten Reihen entlang der Straße, weil dies die Art ist, wie toskanische Landgüter schon immer eine Grenze oder Auffahrt markiert haben. Die Kamera erfasste die Idee von ihnen, nicht die Bäume selbst, was ehrlicher ist über das, was ein Urlaub in Bewegung eigentlich anfühlt.

Niemand in der Massentourismus der 1960er Jahre nahm eine Fotografie wie diese mit nach Hause, um jemanden zu beeindrucken. Sie landete in der Schublade, weniger als Beweis eines Ortes als einer Geschwindigkeit – die ganze Reise erlebt mit sechzig Stundenkilometern und das Fenster heruntergefahren.

The historian's note

Zypressengesäumte Straßen gehören zu den prägendsten visuellen Merkmalen der toskanischen und allgemeiner der süditalienischen Landschaft. Historisch wurden sie gepflanzt, um Grundstücksgrenzen, Auffahrten und Friedhofszugänge zu markieren. Viele der Reihen, die auf Reisefotografien der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts sichtbar sind, stammen von Anpflanzungen des neunzehnten Jahrhunderts, die Jahrzehnte später noch standen.

Bis in die 1960er Jahre führten Wohlstand nach dem Krieg und das Wachstum erschwinglicher Reisen – darunter auch organisierte Busreisen und die frühe Pauschalreiseindustrie – zunehmend ausländische Besucher durch die italienische Landschaft. Sie fotografierten oft die Landschaft aus fahrenden Fahrzeugen entlang derselben Landstraßen, die seit Jahrhunderten von der lokalen Landwirtschaft genutzt wurden.

Die Bewegungsunschärfe, die für Straßenfotografie aus dieser Ära charakteristisch ist, gehört zu den häufigen Merkmalen der Amateurreisefotografie dieser Zeit. Sie spiegelt die Grenzen tragbarer Kameras und die Geschwindigkeit des Automobilreisens wider, nicht einen Fehler des Motivs.

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