Tourist under the Sugarloaf Mountain Cable Car, Rio de Janeiro, 1960s — Archive & Atlas
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Sugarloaf Mountain, Rio de Janeiro, Brazil

Tourist under the Sugarloaf Mountain Cable Car, Rio de Janeiro, 1960s — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-46CE2C

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On the image

Er hat sich genau dort positioniert, wo jeder Besucher angewiesen wird zu stehen – nah genug an der Granitdome, dass die Seilbahn hinter ihm wie ein Spielzeug wirkt. Der Zuckerhut zieht seit der Eröffnung der Luftseilbahn im frühen Jahrhundert zahlende Touristen auf seinen Gipfel, und in den 1960er Jahren war das Ritual etabliert: hochfahren, die Aussicht bewundern, dann zurück zur Plattform gehen und die Kamera demjenigen in die Hand drücken, der gerade am nächsten steht.

Die Streifen auf seinem Hemd und das geübte Halbächeln gehören einem Jahrzehnt, in dem ein Mann sich für eine Flugreise so anzog wie für die Kirche – mit der Überzeugung, dass eine Auslandsreise eine eigene Garderobe verdiente. Hinter ihm gleitet die kleine rote Gondel mit der ungeheilten Selbstsicherheit eines Systems an ihrem Draht entlang, das dies bereits seit Jahrzehnten tut und plant, dies noch viele weitere zu tun.

Er schaut nicht auf den Berg. Er schaut auf denjenigen, der die Kamera hält – das ist der ganze Sinn daran, viertausend Kilometer weit zu reisen, um vor etwas Riesigem zu stehen.

The historian's note

Der Felsen hinter der Figur ist Pão de Açúcar, der Zuckerhut, am Eingang zur Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro, Brasilien. Sein Seilbahnsystem, das Bondinho do Pão de Açúcar, wurde 1912 eröffnet und war zu dieser Zeit eines der frühesten Luftseilbahnsysteme seiner Art in der Welt, das Fahrgäste in Etappen erst zum Morro da Urca und dann zum Gipfel des Zuckerhuts beförderte.

Bis in die 1960er Jahre war das Gelände fest als eine der Haupttouristenattraktionen Rios etabliert und zog Besucher aus Südamerika, Europa und Nordamerika an, die auf dem Luft- und Seewege eintrafen, während sich internationale Reisen in den Nachkriegsjahrzehnten ausbreiteten. Die sichtbare Beobachtungsstruktur auf dem Gipfel stammt aus dieser früheren Entwicklung des Geländes im zwanzigsten Jahrhundert und blieb jahrzehntelang die Standardbeobachtungsplattform.

Das Foto dokumentiert eine Routine des Massentourismus, die damals noch relativ neu war: ein Privatmensch, Kamera in Hand oder an einen Begleiter übergeben, der seine persönliche Anwesenheit an einem weltweit bekannten Ort festhält – als Beweis dafür, dass er dort gewesen ist.

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