Sagebrush-Ebene und ferner Gipfel, Rocky Mountain West, 1950er Jahre — Archive & Atlas
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Rocky Mountain West

Sagebrush-Ebene und ferner Gipfel, Rocky Mountain West, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-7DC09B

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On the image

Jemand hielt das Auto dafür an, was in den 1950er Jahren praktisch eine staatsbürgerliche Pflicht war. Das Interstate-Highway-System war noch ein Gerücht, die Besucherzahlen der Nationalparks stiegen jeden Sommer, und eine Familie mit einer Kodak und vollem Tank fühlte sich verpflichtet, jeden Berg zu dokumentieren, der hinreichend bergartig aussah.

Das sich bis zur Baumgrenze erstreckende Sagebrush galt nach den Maßstäben der Zeit nicht als fotogen, sondern lediglich als die zehntausend Morgen, die ein Tourist durchfahren musste, um zum eigentlichen Ziel zu gelangen. Niemand im Auto kam auf die Idee aufzuschreiben, um welchen Gipfel es sich handelte, in der zuversichtlichen Annahme, die Bezeichnung sei selbstverständlich und werde es für immer bleiben. Das war nicht der Fall.

Das Ergebnis ist ein Dia realer Geografie ohne zugehörigen Namen, was entweder ein Versehen ist oder eine zutreffende Zusammenfassung dessen, wie die meisten Menschen Landschaft erleben: mit Begeisterung und ohne sich Notizen zu machen.

The historian's note

Diese Aufnahme dokumentiert das für die Interbergbecken östlich der Rocky-Mountain-Wasserscheide charakteristische Sagebrush-Steppen-Ökosystem, vermutlich in Wyoming oder einem angrenzenden Bundesstaat, wo Große Beifußsträucher (Artemisia tridentata) die Hochwüstenebenen unterhalb der Nadelbaumgrenze dominieren. Solches Gelände war und ist übliches Zufahrtsgebiet zu den Nationalparks und -wäldern der Region.

Die 1950er Jahre markierten einen bedeutenden Boom des amerikanischen Autotourismus in den Rocky Mountain West, angetrieben durch die Nachkriegsprosperität, den wachsenden Besitz privater Fahrzeuge und die Popularisierung der Farbdia-Fotografie als Mittel zur Dokumentation von Familienreisen. Die Nationalparks dieser Region verzeichneten im Laufe des Jahrzehnts eine annähernde Verdopplung der Besucherzahlen, da Familien Fernreisen mit dem Auto unternahmen, die vor dem Krieg unüblich gewesen waren.

Weder Gebäude noch Straße noch menschliche Figur erscheinen im Bild, was den zahlreichen unkommentierten landschaftlichen Schnappschüssen der Amateurreisenden jener Zeit entspricht, die eher zur Markierung einer persönlichen Reiseroute als zur Erfassung eines bestimmten benannten Wahrzeichens aufgenommen wurden.

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