Öltankanlage in der Dämmerung, tropischer Hafen, 1960er Jahre — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
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Öltankanlage in der Dämmerung, tropischer Hafen, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-4F4DA1

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On the image

Jemand auf dem Deck eines auslaufenden Schiffes hielt in dem Moment, als das Licht blau wurde, eine Kamera ans Ufer – genau die Art von Dingen, die Reisende der 1960er Jahre besessen taten, in der Annahme, dass ein Hafen in der Abenddämmerung bedeutungsvoller aussah als um die Mittagszeit. Was sie tatsächlich aufgefangen hatten, war Infrastruktur: eine Reihe gedrungener Lagertanks, ein wellblechgeripptes Lagerhaus und die dünnen Schornsteine dessen, was so gut wie sicher ein Treibstoffdepot war – die unspektakuläre Maschinerie, die Schiffe mit dem Öl fütterte, damit sie Schiffe bleiben konnten.

Ein Paar kleiner Boote bewegen sich im ruhigen Wasser neben den Tanks und erledigen irgendwelche unspektakulären Besorgungen, die kleine Boote neben einer Raffinerie erledigen, während die Berge dahinter da sitzen, landschaftlich reizvoll sind und sich niemand um ihre Zustimmung gekümmert hat. Niemand in der Touristenfotografie der 1960er Jahre beschriftete jemals ein Bild mit 'Ölanlage', bevorzugte vielmehr, den Sonnenuntergang sprechen zu lassen, und der Sonnenuntergang kam diesem Wunsch nach, indem er ein industrielles Versorgungsdepot in etwas verwandelte, das aus hundert Meter Entfernung fast romantisch wirkt.

Die Wahrheit ist, dass die Hälfte dessen, was Seereisen im Mitteljahrhundert möglich machte, in Tanks genau wie diesen saß, in Häfen genau wie diesem, und niemand fotografierte sie um ihrer selbst willen. Dieses Bild existiert nur, weil das Schiff zufällig zur richtigen Stunde auslief und die Tanks zufällig zwischen dem Passagier und den Bergen standen.

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