Markttag zwischen den Ruinen, Antigua Guatemala, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Markttag zwischen den Ruinen, Antigua Guatemala, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-A3CEA5

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On the image

Bis in die 1960er Jahre hatten die Marktverkäufer von Antigua Guatemala sich mit der Katastrophe in einer Weise arrangiert, die jedem Versicherungssachverständigen leichtsinnig erschienen wäre: Sie richteten ihre Stände schlicht an dem geborstenen Kirchenschiff einer Kolonialkirche ein, die das Erdbeben von 1773 bereits zwei Jahrhunderte zuvor unbewohnbar gemacht hatte. Der barocke Bogen steht noch immer mit der starrsinnigen Gleichgültigkeit eines Mauerwerks, das nichts mehr zu beweisen hat, und rahmt einen Himmel, den einst das Dach ausgesperrt hatte, während darunter das gewöhnliche Geschäft mit Tomaten und Körben weitergeht, als wäre die Ruine bloß eine weitere Art von Schatten.

Eine Frau in gestreiftem Huipil trägt einen geflochtenen Korb auf dem Kopf, mit der gelassenen Balance einer Person, die diesen Kunstgriff erlernt hat, bevor sie lesen lernte, und schlängelt sich zwischen Vordächern hindurch, die auf Pfosten ruhen, welche kaum jünger wirken als die Trümmer dahinter. Irgendwo in diesem Arrangement steckt die ordentliche lokale Logik, dass eine Kathedrale aus dem kirchlichen Dienst ausscheiden und zum tragenden Wahrzeichen des Gemüsehandels befördert werden kann. Guatemala ließ seine Ruinen nicht aus Sentimentalität stehen, sondern weil ein Wiederaufbau teuer war und der Markt den Schatten ohnehin brauchte.

Ein Junge mit Strohhut und ein kleines Kind in Rot beobachten die Kamera mit der Geduld von Menschen, die daran gewöhnt sind, von Touristen betrachtet zu werden, die wegen des Bogens kamen und wegen der Tomaten blieben. Niemand im Bild ist von der Architektur beeindruckt; sie war einfach schon immer da, tat mit jedem Jahrzehnt ein wenig weniger, was seine eigene Art von städtischer Verlässlichkeit ist.

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