Oceanarium viewing tunnel (unidentified)
Durch das Glas: Aquarium-Beobachtungstunnel, 1950er Jahre — Archive & Atlas
AA-2026-EF5021
Oceanarium viewing tunnel (unidentified)
AA-2026-EF5021
On the image
Jemand stand am dunklen Rand eines Beobachtungstunnels und richtete eine Boxkamera auf ein Aquariumbecken, überzeugt, dass Farbdiafilm für den Meeresboden dasselbe leisten würde wie für Geburtstagsfeiern. Das tat er nicht. Was dabei herauskam, war ein aquamarinfarbenes Trübe mit ein paar selbstbewussten Fischen, die vor dem Fels ihre Form behaupteten – ein Beleg dafür, dass die neuen Ozeanarium-Ausstellungen jener Zeit für Augen gebaut waren, nicht für Emulsion, die für einen sonnigen Hinterhof ausgelegt war.
Der dicke schwarze Rahmen am Rand ist der Tunnel selbst, die Lippe aus Gussbeton oder Holz, die es Besuchern erlaubte, unterhalb der Wasserlinie zu stehen und sich kurz wie Taucher zu fühlen, ohne nass zu werden – eine Neuheit, die sich damals gerade in Küstenstädten und städtischen Zoos verbreitete. Wer auch immer dies aufnahm, glaubte, die Fische mit nach Hause zu bringen. Tatsächlich mitgebracht wurden das trübe Glas der Ausstellung, ihr Algenbewuchs und jenes bestimmte Blau, in das sich Unterwasserbecken verwandeln, wenn weit und breit kein Blitzlicht zu finden ist.
Ein paar blasse Fische ziehen in einem Profil vorbei, das scharf genug ist, um eine Art zu identifizieren, sofern man schon wusste, welche Art zu erwarten war; der Beitrag aller anderen bestand aus Vermutung und Spiegelung. Der Fotograf bekam genau das, was die Ausrüstung von 1955 hergab, und hielt es dennoch fest, denn von einem Ozeanarium ohne Bild nach Hause zu kommen, war eigentlich keine Option.
The historian's note
Großflächige öffentliche Aquarien mit unterirdischen Beobachtungsgalerien wurden in den 1950er Jahren zu einer eigenständigen amerikanischen Attraktion, nach der Eröffnung von Marineland of the Pacific im Jahr 1954 und ähnlichen Ozeanarium-Vorhaben, die versenkte Tunnel und Fenster errichteten, damit Besucher Fische und Haie auf Augenhöhe statt von oberhalb eines Beckens beobachten konnten.
Farbdiafilm jener Zeit, meist Kodachrome oder frühes Ektachrome, war auf Tageslicht abgestimmt und kam mit dem schwachen, gefilterten Licht eines Aquariumbeckens nur schlecht zurecht, was die starke Blaugrün-Verschiebung und die weiche Schärfe erzeugte, die für die Amateur-Unterwasser- und Aquariumfotografie dieses Jahrzehnts typisch sind.
Bilder wie dieses überdauern größtenteils als persönliche Souvenirs eines Besuchs und nicht als dokumentarische Aufzeichnungen; wertvoll sind sie heute vor allem als Beleg dafür, wie Amerikaner der Jahrhundertmitte eine neue Form öffentlicher Unterhaltung erlebten und festzuhalten versuchten: die Illusion, unter dem Meer zu wandeln.
Subjects & keywords — each links to a search
Visually related — by likeness
Durch das Glas: Aquarium-Beobachtungstunnel, 1950er Jahre. 1950–1959. Archive & Atlas, Historical Image Library, AA-2026-EF5021. https://thearchive.archiveandatlas.com/library/through-the-glass-aquarium-viewing-tunnel-1950s.
@misc{aaAA2026EF5021,
title = {Durch das Glas: Aquarium-Beobachtungstunnel, 1950er Jahre},
year = {1950–1959},
howpublished = {Archive \& Atlas, Historical Image Library},
note = {Accession AA-2026-EF5021},
url = {https://thearchive.archiveandatlas.com/library/through-the-glass-aquarium-viewing-tunnel-1950s}
}TY - ART TI - Durch das Glas: Aquarium-Beobachtungstunnel, 1950er Jahre PY - 1950–1959 PB - Archive & Atlas, Historical Image Library AN - AA-2026-EF5021 UR - https://thearchive.archiveandatlas.com/library/through-the-glass-aquarium-viewing-tunnel-1950s ER -
From the community
Identifications, corrections, and discussion from readers — reviewed by a librarian before appearing here.
Sign in to add an identification, correction, or comment.
No notes yet — be the first to add what you know about this image.