Reparatur am Straßenrand vor einer Cantina, Lateinamerika, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Reparatur am Straßenrand vor einer Cantina, Lateinamerika, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-667E7B

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On the image

Das Auto hat mitten auf der Straße gehalten, und fünf Männer haben sich mit der vollkommenen Zuversicht von Leuten darum versammelt, die noch nie ein Auto repariert haben, aber eine feste Meinung darüber haben, wie es zu geschehen hat. Dies war das übliche Modell der Straßenhilfe jener Zeit in weiten Teilen Lateinamerikas: keine Servicenummer zum Anrufen, nur wer zufällig in der Nähe stand und eine Meinung besaß. Der am Bordstein aufgehäufte Schutt deutet darauf hin, dass auch die Straße selbst gerade repariert wurde, was passt, denn hier wirkt nichts fertig, und niemanden scheint das zu stören.

Über ihnen führt das türkisfarbene Holzhaus sein zweites Leben als Wohngebäude, eine Frau lehnt am Balkongeländer und beobachtet die Straße, so wie man es tat, bevor das Fernsehen einem einen Grund gab, es nicht mehr zu tun. Das Wellblechdach und die Gitterverzierungen sind reine tropische Zweckarchitektur, gebaut für Hitze und Regen und nicht für die Optik, wenngleich der frische blaugrüne Anstrich vermuten lässt, dass sich doch jemand um die Optik gekümmert hat. Über der Eckcantina leuchtet ein Coca-Cola-Schild, ein Beleg dafür, dass die amerikanische Erfrischungsgetränke-Werbung längst jeden Winkel der Hemisphäre erreicht hatte, bevor die amerikanischen Auto-Reparaturgewohnheiten es taten.

Ein Junge in einem rosa Hemd überquert allein den nassen Gehweg, ohne Interesse am automobilen Gipfeltreffen hinter ihm, was vermutlich die richtige Reaktion ist. Die Szene besitzt die gemächliche Logik eines Ortes, an dem ein liegengebliebenes Auto kein Notfall war, sondern nur ein Vorwand für die Straße, sich zwanzig Minuten lang gemeinsam herumzustehen.

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