Nueva Guatavita mit Blick auf den Tominé-Stausee, Kolumbien, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Nueva Guatavita, Colombia

Nueva Guatavita mit Blick auf den Tominé-Stausee, Kolumbien, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-87023F

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On the image

In den 1960er Jahren beschloss jemand, dass eine versunkene Kolonialstadt von Grund auf auf einem benachbarten Hügel wiederaufgebaut werden konnte, und das Ergebnis ist dies: eine nagelneue alte Stadt, angelegt mit der ordentlichen Selbstsicherheit eines Planungskomitees, das noch nie irgendwo gelebt hat. Die Terrakottadächer, die weiß gestrichenen Bögen, das hohe Betonkreuz, das über dem Platz Wache steht – alles neu gebaut, alles so gestaltet, dass es aussieht, als hätte es schon immer dort gestanden.

Darunter liegt der Stausee, der den Umzug notwendig machte, ruhig zwischen den Bergen, nachdem er das ursprüngliche Guatavita für einen Damm und ein Wasserkraftprojekt, das jemand in Bogotá brauchte, stillschweigend verschluckt hatte. Die kreisförmige Struktur im Vordergrund mit ihren Sitzreihen und ihrem säulengetragenen Ring sieht aus wie eine Stierkampfarena, weil in Städten, die auf spanische Kolonialnostalgie gebaut sind, ein Platz immer wie eine Arena aussieht, ob da je ein Stier involviert war oder nicht.

Eine Handvoll Besucher wandern im mittleren Bereich des Platzes umher, überragt von einer Architektur, die offensichtlich für mehr Menschen gebaut wurde, als sie tatsächlich nutzen. Es ist die besondere Eitelkeit umgesiedelter Städte, in der Größe der verlorenen Gemeinde gebaut zu werden, nicht in der derjenigen, die tatsächlich auftaucht.

The historian's note

Nueva Guatavita, im Departement Cundinamarca, Kolumbien, wurde in den 1960er Jahren erbaut, um die Bevölkerung der ursprünglichen Stadt Guatavita umzusiedeln, nachdem sie unter den Wassern des Tominé-Stausees versunken war. Der Stausee wurde als Teil eines Wasserkraft- und Wasserversorgungsprojekts angelegt, das Bogotá versorgen sollte, und die Überflutung der alten Stadt, zusammen mit ihrer Kirche aus der Kolonialzeit und ihrem Platz, war eine bewusste Folge des Dammbaus.

Die Ersatzstadt wurde im Stil einer spanischen Kolonialrenaissance entworfen, mit weiß gestrichenen Mauern, Terrakottaziegeldächern und einem zentralen Platz, der den Charakter der ursprünglichen Siedlung widerspiegeln soll. Die kreisförmige, abgestufte Struktur in der Stadtmitte dient als Markt und Versammlungsort und nicht als Stierkampfarena, obwohl ihre Form bewusst von diesem traditionellen Gebäudetyp entlehnt ist.

Der Stausee und die umliegenden Berge der östlichen Anden bilden den Hintergrund der Stadt, die noch heute bewohnt ist und als Verwaltungssitz von Guatavita fungiert.

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