Silberreiher am heimischen Swimmingpool, Florida, 1950er Jahre — Archive & Atlas
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Florida

Silberreiher am heimischen Swimmingpool, Florida, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-F271E1

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On the image

Jemand in dieser Nachbarschaft hatte kürzlich den großen Meilenstein der Nachkriegszeit erreicht: einen im Boden eingelassenen Swimmingpool, ein Umstand, der die Ankunft in einer bestimmten Art amerikanischen Lebens signalisieren sollte. Der Reiher, der an seinem Rand steht, hat das Rundschreiben über Immobilienwerte nicht gelesen und behandelt das trübe grüne Wasser genau so, wie er jeden anderen Teich behandeln würde – nämlich als Angelplatz.

Der Pool selbst erzählt seine eigene stille Geschichte: keine Chlortabletten, kein laufender Skimmer, nur stehendes Wasser, das binnen einer Saison der Vernachlässigung die Farbe eines Sumpfes annimmt, da die Poolpflege der 1950er Jahre noch eher Wunschdenken als Routine war. In der Nähe lehnt ein Maschendrahtzaunpfosten, ein Beweis dafür, dass jemand irgendwann versuchte, die örtliche Tierwelt und möglicherweise die Nachbarschaftskinder fernzuhalten – mit begrenztem Erfolg.

Der Vogel steht vollkommen still und tut, was Reiher eben tun: warten. Er hat vier Fuß Algen und Schatten gefunden und hat nicht die Absicht, sich vom umgebenden Gussbeton beeindrucken zu lassen.

The historian's note

Private Swimmingpools verbreiteten sich in den 1950er Jahren rasch im amerikanischen Süden und Südwesten, angetrieben von der Nachkriegsprosperität, neuen Beton- und Gunite-Bauverfahren sowie einem kulturellen Drang zur privaten Freizeitgestaltung. Florida, mit seinem Klima und der expandierenden Vorstadtbebauung, stand im Zentrum dieses Booms, wobei die Pflegetechnik der Installationsbegeisterung hinterherhinkte und algentrübes Wasser ein häufiges Problem in der Anfangszeit des Besitzes war.

Der Silberreiher (Ardea alba) war Jahrzehnte zuvor in Florida beinahe bis zur Ausrottung bejagt worden, für den Federhandel, der die Hutmacherindustrie belieferte – eine Praxis, die durch Naturschutzgesetze des frühen 20. Jahrhunderts und den Einsatz der Audubon Society eingedämmt wurde. Bis in die 1950er Jahre hatte sich die Art so weit erholt, dass sie zu einem vertrauten Anblick in Vorstadtgärten wurde, die in der Nähe von Feuchtgebieten errichtet worden waren, angezogen von jedem stehenden Gewässer, ob gechlort oder nicht.

Diese Szene spiegelt den Zusammenprall zweier Entwicklungen im Florida der Mitte des Jahrhunderts wider: die rasche Ausdehnung von Wohngebieten in ehemalige Feuchtgebiete und eine sich erholende Watvogelpopulation, die sich der neuen Landschaft anpasst, anstatt sie zu meiden.

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