Glienicke-Brücke, Ausgang des amerikanischen Sektors, 1960er Jahre Berlin — Archive & Atlas
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Glienicke Bridge, Berlin/Potsdam

Glienicke-Brücke, Ausgang des amerikanischen Sektors, 1960er Jahre Berlin — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-8E224B

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On the image

Das Schild verrichtete hier die wichtige Arbeit, in vier Sprachen, denn der Kalte Krieg war ganz und gar nicht zimperlich beim Papierkram. Fußgänger gingen daran vorbei auf der Glienicke-Brücke, als wäre es eine städtische Mitteilung über Parkplätze, was eine eigene Art von Leistung ist, da das Schild das Ende der freien Welt anzeigte.

Die Brücke selbst, mit ihren eleganten Stahlbögen über die Havel, war zum Verbinden von Potsdam mit Berlin gebaut worden, nicht für die dramatischere Rolle, die sie nach 1945 als Naht zwischen amerikanischer und sowjetischer Zone bekam. Touristen in Mänteln hielten inne, um sich an der Linie fotografieren zu lassen, gelockt durch den besonderen Thrill, genau dort zu stehen, wo ein Staatssystem rechtlich in ein anderes überging.

Niemand im Bild sieht nervös aus, was der eigentliche Beweis dafür ist, wie normal das Abnormale bis zu den 1960er Jahren geworden war. Ein Kontrollpunkt, der in der Theorie zum Schauplatz eines Zwischenfalls zwischen Supermächten werden konnte, war in der Praxis nur ein weiterer Ort, an dem ein Mann mit Hut seinen Hund spazieren führte.

The historian's note

Die Glienicke-Brücke überquert die Havel und verbindet Potsdam mit dem Wannsee-Bezirk von Berlin. In ihrer heutigen Stahlbogen-Form 1907 erbaut, wurde sie nach der Teilung Deutschlands im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg zur Grenze zwischen der sowjetischen Besatzungszone (später Ostdeutschland) und dem amerikanischen Sektor von Westberlin.

Während des gesamten Kalten Krieges war die Brücke für den gewöhnlichen Zivilverkehr gesperrt und wurde international als Ort des Austauschs gefangener Geheimagenten zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion bekannt, eine Rolle, die ihr den Spitznamen Brücke der Spione eintrug. Die mehrsprachigen Schilder, die die Sektorgrenze markierten und auf der amerikanischen Kontrollpunktseite zu sehen sind, waren eine Standardinstallation bei allen solchen Übergängen im geteilten Berlin.

Bis zu den 1960er Jahren funktionierte die Brücke primär als streng überwachter Grenzübergang statt als öffentliche Verkehrsstrecke, mit Fuß- und Fahrzeugverkehr, der von sowjetischen und amerikanischen Behörden eng eingeschränkt war.

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