Niederländische Frauen in Trachtkleidung bei der Straßenreinigung, Niederlande, 1960er Jahre — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
Depth is precomputed and interpretive — the scene falls back to the flat image where a browser can't render it.

Netherlands

Niederländische Frauen in Trachtkleidung bei der Straßenreinigung, Niederlande, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-4CB6A9

The Archivist
Ask about this image
Archivist
Sign in to ask the Archivist about this image.
Step into the scene
Off by default. Turning it on lets the image respond to your cursor with a shallow sense of depth, rebuilt from a depth map computed when the image was catalogued. It is an interpretation for looking, not a measured 3D model — and it falls back to the flat image where the browser can't render it.

On the image

Die Besen sind neu, die Trachten alt, und die Straße war mit Sicherheit bereits sauber. Dies ist die Art von inszeniertem Bürgerleben, die die Niederlande in den 1960er Jahren perfektioniert hat: Frauen in schwarzen Mieder, Spitzenhauben und gestreiften Röcken in Regionaltracht, die in Reih und Glied über Pflastersteine fegen für ein Publikum, das mit Charterbus angereist ist und mit einer Rolle Kodachrome abreist.

Hinter ihnen beobachtet eine Frau in hellem Wollmantel und Katzenauge-Brille mit der höflichen Distanziertheit dessen, der weiß, dass dies eine Aufführung ist, keine Arbeit, und eine kastige Limousine wartet müßig am Straßenrand, bis die Show die Straße freigibt. Die hölzernen Clogs unter ihren Füßen sind eher funktional als dekorativ – der Beweis, dass ein Teil dieser Tracht überlebte, weil er funktionierte, lange nachdem der Rest überlebte, weil Besucher das erwarteten.

Niemand hier sieht aus, als würde er glauben, dass die Straße gereinigt werden muss. Sie sehen aus wie Menschen, die diesen genauen Ablauf schon viele Male durchgeführt haben, genau wissen, wann die Busüren sich öffnen, und längst nicht mehr überrascht sind, dass Fremde gutes Geld dafür zahlen, ihnen zuzusehen, wie sie einen Besen richtig halten.

The historian's note

Regionale Volkstracht in den Niederlanden, einschließlich der hier zu sehenden gestreiften Röcke, schwarzen Mieder und Spitzenhauben, überlebte ins zwanzigste Jahrhundert hinein hauptsächlich in Fischerdörfern wie Volendam und Marken, wo sie nach dem Zweiten Weltkrieg eng an die Tourismuswirtschaft gebunden wurde. In den 1960er Jahren veranstalteten diese Dörfer organisierte Demonstrationen traditioneller Kleidung und alltäglicher Tätigkeiten für Besuchergruppen – eine Praxis, die sowohl eine bereits weitgehend aus dem alltäglichen niederländischen Leben verschwundene Kleiderweise bewahrte als auch kommerzialisierte.

Die hier getragenen hölzernen Clogs waren während dieser Zeit noch in praktischer Nutzung in ländlichen und küstennahen Gemeinden, geschätzt für ihre wasserdichten Sohlen auf nassen Pflastersteinen und Hafenstraßen. Das Privatfahrzeug und die von Zuschauern getragenen Mäntel ordnen die Szene fest in der Nachkriegsautomobilzeit ein, als Bustourismus zu diesen Dörfern bereits eine etablierte Industrie war.

Subjects & keywords — each links to a search

From the community

Identifications, corrections, and discussion from readers — reviewed by a librarian before appearing here.

Sign in to add an identification, correction, or comment.

No notes yet — be the first to add what you know about this image.

Archive & Atlas — The Archive AA-2026-4CB6A9 · jpg · Open