Klosterhof durch einen kolonialen Torbogen, Anden, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Andean colonial city, possibly Ecuador

Klosterhof durch einen kolonialen Torbogen, Anden, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-4BAC48

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On the image

Jemand stellte sich weit zurück in den Schatten des Bogens, bevor der Verschluss ausgelöst wurde, nach der Theorie, dass ein steinerner Rahmen um einen Garten diesen bedeutender wirken lässt, als er für sich allein wäre. Dies war in den 1960er Jahren eine gefestigte Doktrin der Reisefotografie, gelernt aus hundert Zeitschriftenreportagen: den Vordergrund verdunkeln, das Licht die Arbeit machen lassen, und der Tourist wird kurzzeitig zum Künstler.

Was der Rahmen einfängt, ist ein spanisch-kolonialer Innenhof jener Art, wie sie religiöse Orden Jahrhunderte zuvor in den Anden errichteten und die, Fliese für Fliese, von wem auch immer die Aufgabe übernommen hatte, weiter instand gehalten wird. Ein steinerner Brunnen bildet den Mittelpunkt eines Gartens mit gestutzten Hecken und Palmen, die in dieser Höhe eigentlich kein Recht hätten, so gut zu gedeihen, und die gekachelte Dachlinie dahinter trägt einen kleinen Glockenturm, der still seiner ornamentalen Pflicht nachgeht. Tünche und Terrakotta werden mit einer Sorgfalt gepflegt, die davon ausgeht, dass stets Besucher ankommen werden, um genau durch diesen Bogen zu blicken.

Jenseits der Dächer erhebt sich das Land zu grünen Andenhügeln, gleichgültig gegenüber der sorgfältigen Geometrie des Innenhofs, was genau der Punkt ist, den der Fotograf nie ganz beabsichtigt hatte zu machen.

The historian's note

Der gezeigte Innenhof gehört zur Tradition der spanisch-kolonialen Klostergärten, die ab dem sechzehnten Jahrhundert im gesamten Andenhochland errichtet wurden, meist im Zusammenhang mit Klöstern, Konventen oder Seminaren aus der frühen Kolonialzeit. Solche Innenhöfe folgten einem einheitlichen Plan: ein zentraler Brunnen, symmetrische Pflanzbeete und eine umlaufende Arkade oder Galerie, konzipiert, um einen kontemplativen, in sich geschlossenen Raum zu schaffen, der sich von der Straße draußen abhob.

Die hier sichtbaren architektonischen Details, Ziegeldächer, weiß getünchtes Mauerwerk und ein kleiner, mit einer Laterne bekrönter Turm, sind charakteristisch für koloniale Sakralbauten, die bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein in Städten wie Quito, Cuzco und Bogotá noch stehen und aktiv genutzt werden. Bis in die 1960er Jahre waren viele dieser Anlagen zugleich Orte fortdauernder religiöser Nutzung und wachsenden Tourismus, ihre Gärten größtenteils unverändert seit früheren Jahrhunderten gepflegt.

Das umgebende Bergterrain jenseits der Dächer entspricht den Hochland-Andenstädten, in denen sich diese Form kolonialer Klosterarchitektur konzentriert.

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