Jungen am Kennedy-Gedenkstein, Rathaus Schöneberg, Berlin, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Rathaus Schöneberg, Berlin

Jungen am Kennedy-Gedenkstein, Rathaus Schöneberg, Berlin, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-BFC732

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On the image

Vier Jungen in der zugeknöpften, farblich abgesetzten Mode der Mitte der 1960er Jahre stehen unter einer Bronzetafel, die in förmlichem Deutsch verspricht, dass man sich erinnern wird. Die Tafel dokumentiert eine Rede, die Präsident Kennedy in der Nähe im Juni 1963 hielt – die Art von Geste, die Städte machen, wenn sie wollen, dass ein Moment länger lebt als der Nachrichtenzyklus, der ihn hervorbrachte.

Die Jungen schauen nicht auf die Tafel. Sie schauen sich gegenseitig an, in die Kamera, auf alles andere außer dem eigentlichen Gegenstand der Erinnerung – genau das geschieht mit Denkmälern ein, zwei Jahre nach ihrer Aufstellung: Die Erwachsenen, die es ernst meinen, gehen weiter, und die Tafel wird zum Möbelstück, neben dem Kinder stehen und darauf warten, dass man ihnen sagt, sie könnten gehen.

Jemand hat sie hier bewusst hergebracht, wahrscheinlich ein Elternteil oder Lehrer, der einer Zuhörerschaft Geschichte erklärte, die viel lieber etwas anderes täte. Die Steinsäulen hinter ihnen haben bereits mehrere Regime überdauert und werden auch dieses überdauern – gleichgültig, welches Präsidentengesicht dieses Jahrzehnt an der Wand befestigt wird.

The historian's note

Die gezeigte Tafel ist an der Fassade des Rathaus Schöneberg in West-Berlin angebracht, des Gebäudes, von dessen Balkon der U.S. Präsident John F. Kennedy am 26. Juni 1963 seine Ansprache an die West-Berliner hielt, einschließlich des später als "Ich bin ein Berliner" in Erinnerung gebliebenen Satzes. Die Rede war ein Meilenstein der Diplomatie des Kalten Krieges, gehalten weniger als zwei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer, und sollte die Bevölkerung West-Berlins von der fortgesetzten amerikanischen Unterstützung versichern.

Die Gedenkplatte selbst, mit einem Bronzeporträt und einer Inschrift versehen, wurde in den Jahren nach dem Besuch errichtet, um den Ort der Rede zu kennzeichnen. Das Gebäude diente damals als Sitz der West-Berliner Stadtregierung und war daher ein natürlicher Brennpunkt sowohl für das ursprüngliche Ereignis als auch für seine spätere Erinnerung.

Mitte der 1960er Jahre war die Platte bereits zu einem kleineren Ziel für Touristen und Schulbesuche geworden – Teil von West-Berlins Identität in der Nachkriegszeit als eine Stadt unter direktem amerikanischen Schutz.

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