Gegenlicht-Winterbirken, verschneiter Wald, Schnappschuss aus den 1960ern — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
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Gegenlicht-Winterbirken, verschneiter Wald, Schnappschuss aus den 1960ern — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-580F5D

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On the image

Jemand stand knietief im Schnee, richtete eine Box-Kamera direkt auf die tiefstehende Wintersonne und drückte trotzdem den Auslöser, in der zuversichtlichen Amateur-Annahme jener 1960er Jahre, dass der Film schon zustimmen würde, wenn die Szene dem bloßen Auge schön erschien. Der Film stimmte nicht zu. Die Sonne ist hinter den Ästen zu einem weich überstrahlten Stern verflacht, der Vordergrund ist beinahe schwarz geworden, und die Birken sind zu Tuschestrichen gegen das Gegenlicht geschrumpft.

Dies ist das klassische Fehlermuster der Amateurfotografie aus einer Zeit, bevor jemand einen wirklich verlässlichen Belichtungsmesser besaß: man fotografiert auf die Helligkeit zu, weil dort das Hübsche liegt. Die schneebeladenen Äste, schwer genug, um unter ihrem eigenen weißen Gewicht durchzuhängen, wären wohl der eigentliche Anlass des Ausflugs gewesen, ein Spaziergang eigens unternommen, um den Wald so herausgeputzt zu sehen. Stattdessen hielt die Kamera vor allem das fest, womit sie nicht zurechtkam, und überließ den eigentlichen Wald der Erinnerung.

Was überdauert hat, ist weniger eine Fotografie von Bäumen als eine Fotografie des Blinzelns in den Winter hinein, was man durchaus als das ehrlichere Dokument bezeichnen könnte. Niemand nahm in den 1960er Jahren für einen beiläufigen Nachmittagsschnappschuss ein Stativ oder einen Filter mit in den Wald, und das zeigt sich in jedem unterbelichteten Zentimeter unterhalb der Baumkronen.

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