Raddampfer am Yukon River, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Yukon River, Canadian North

Raddampfer am Yukon River, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-AB6D66

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On the image

Ein Raddampfer liegt vertäut am erodierenden Ufer des Yukon River, sein orangefarbenes Schaufelrad von der Strömung abgewandt, als hätte das Boot schlicht aufgegeben und beschlossen, hier liegenzubleiben. Der weiße Aufbau und der hohe Schornstein ragen über den borealen Wald hinaus—Birken und Fichten—, der hier seit Jahrtausenden vor- und zurückgewichen ist, während Dampferkapitäne innerhalb eines einzigen Menschenlebens kamen und gingen. In den 1960er Jahren war dies bereits ein Relikt: Der Raddampfer war sechzig Jahre lang das Arbeitspferd des nördlichen Flusshandels gewesen, und nun ließ man ihn in die Bedeutungslosigkeit altern, statt ihn zu ersetzen, denn der Yukon war nicht mehr die Lebensader, die er einst gewesen war.

Das Ufer selbst erzählt die Geschichte der Gleichgültigkeit des Flusses. Treibholz liegt verstreut und durcheinander, die Hinterlassenschaft von Frühjahrstauwetter und jahrzehntelangem saisonalem Hochwasser, während das sandige Ufer zurück zu den Wurzeln der Weiden und Erlen erodiert. Diejenigen, die für das Boot verantwortlich waren, überließen es hier dem, was das Klima ihm antun würde. Jemand pflegte es noch—die Farbe ist intakt, die Flagge weht—, doch das Schiff gehört inzwischen der Geschichte an, eine Maschine, die einer Epoche diente, die längst zu Diesel und Luftfracht übergegangen war. Der Fotograf hielt kein arbeitendes Boot fest, sondern ein Denkmal für eines, noch schwimmend, aber dazu bestimmt, dort zu verrotten, wo es festgemacht war.

The historian's note

Raddampfer waren von den 1890er bis in die 1950er Jahre das wichtigste kommerzielle Transportmittel auf dem Yukon River und beförderten Vorräte, Fracht und Passagiere zwischen Whitehorse und Dawson City, durch die Zeit des Goldrauschs und weit darüber hinaus. In den 1960er Jahren wurden diese Schiffe zunehmend durch dieselbetriebene Schlepper, Lastkähne und die 1942 fertiggestellte Alaska Highway verdrängt, die eine Landroute als Alternative zu den Flussrouten bot. Die noch betriebsfähigen Boote wurden meist in den Charterbetrieb abgeschoben oder man ließ sie vor Ort als schwimmende Lagerhäuser oder saisonale Stationen verfallen. Die entlang der Yukon-Ufer sichtbare Erosion ist typisch für die instabilen Ufer des Flusses, insbesondere in Regionen mit Permafrostuntergrund, wo sommerliches Tauwetter und Frühjahrshochwasser die Landschaft fortlaufend umgestalten. Diese Aufnahme dokumentiert den Übergang zwischen der Dampferzeit der nördlichen Erschließung und der modernen Infrastruktur, die diese Schiffe wirtschaftlich überflüssig machte.

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