Tudor-Revival-Fassade mit amerikanischer Flagge, 1950er Jahre — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
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Tudor-Revival-Fassade mit amerikanischer Flagge, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-72F043

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On the image

Jemand stand auf dem Gehweg mit einer Box-Kamera und richtete sie fast senkrecht nach oben auf ein Gebäude, das offenkundig davon ausging, auf ewig von Bedeutung zu sein. Das Schieferdach, die verbleiten Rautenfenster, die aus Stein gemeißelten Verzierungen um jede Öffnung — dies ist ein Bau aus einer Zeit, in der Institutionen noch Geld ausgaben, um ihre Ernsthaftigkeit zu beweisen, lange bevor jemand glaubte, ein Flachdach und ein Parkplatz könnten dasselbe billiger ausdrücken.

Die Flagge, die in ihrem forschen Winkel hervorragte, war so angebracht, wie Städte es damals taten, direkt in den Backstein verankert, damit sie an den Tagen, an denen es angebracht war, den Wind fangen und den Rest des Jahres schlaff herabhängen konnte, ohne dass sich jemand die Mühe machte, sie abzunehmen. Wer diese Aufnahme komponierte, interessierte sich eindeutig mehr für die Architektur als für die Flagge, weshalb diese am Ende halb abgeschnitten und leicht unscharf geriet — das Schicksal der meisten patriotischen Gesten, die nicht das Hauptmotiv waren.

Der tiefe Schatten, der die unteren Stockwerke verschluckte, war keine künstlerische Entscheidung, sondern schlicht das, was geschieht, wenn eine Kamera auf ein Gebäude trifft, das zu dieser Stunde größtenteils im eigenen Schatten liegt. Niemand, der dies fotografierte, dachte darüber nach, wie das Licht Jahrzehnte später wirken würde — man wollte lediglich den Beweis, vor etwas Substanziellem gestanden zu haben.

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