Tourist in Mycenae, 1950er Jahre — Archive & Atlas
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Tourist in Mycenae, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1960

AA-2026-FA804C

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On the image

Ein Mann in hellen Shorts und leichtem Hemd steht allein im Zentralhof der Löwentor-Zitadelle von Mycenae, Körperhaltung und Kleidung eines Teilnehmers an einer Führung durch das antike Griechenland während des Nachkriegsreisebooms. Hinter ihm erhebt sich ein Kegelvulkan, der die Landschaft mit der Last der Mythologie dominiert—Agamemnons Sitz, der Eingang zur Unterwelt, die Schauplätze aller Rachetragödien, die ihm die westliche Schulbildung zum Lesen aufgezwungen hatte. Die massiven Steinmauern rahmen ihn auf beiden Seiten, jeder Block präzise und zyklisch erbaut von einer Zivilisation, die so vollständig zusammenbrach, dass spätere Griechen glaubten, Riesen hätten sie errichtet. Er hat sich im Tor positioniert, wie Touristen es tun: allein im Vordergrund, um zu beweisen, dass er dort war, um die Evidenz festzuhalten, dass er dort stand, wo Klytämnestra wartete, wo sich die griechische Welt um die Ambition eines Königs und die Geduld einer Frau organisierte. Der Berg in der Ferne ist nicht mythisch; er ist einfach da, indifferent gegenüber den Jahrhunderten von Geschichten, die sich um ihn verfestigt haben.

The historian's note

Mycenae ist eine Bronzezeitliche Zitadelle in der Peloponnes im südlichen Griechenland, Ort des Palastkomplexes der mykenischen Zivilisation, die von etwa 1600 bis 1100 v. Chr. blühte. Das Löwentor, der hier gezeigte monumentale Eingang, ist eines der ältesten erhaltenen Beispiele monumentaler Architektur in Europa, erbaut um 1250 v. Chr. während der Herrschaft von Agamemnon—ein Herrscher, der durch Homer und die griechischen Tragiker legendär wurde. Der durch das Tor sichtbare Kegelvulkan ist wahrscheinlich Mount Sara oder eine verwandte Erhebung in der Argos-Ebene. Nach seiner Zerstörung um 1100 v. Chr. verfiel Mycenae fast drei Jahrtausende lang zur Ruine, bis die Ausgrabungen des deutschen Archäologen Heinrich Schliemann 1876 begannen und den Ort bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in eine der primären Touristenstätten Europas verwandelten. Die Nachkriegszeit sah einen Boom im klassischen Tourismus nach Griechenland, während wohlhabende Reisende und organisierte Touren die Wallfahrt zum vermeintlichen Ursprungsort der griechischen Zivilisation zu einer Standardkomponente der Grand Tour machten.

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