Drei Schaulustige an einer gefluteten Tongrube, amerikanischer Süden, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Rural American South (unspecified)

Drei Schaulustige an einer gefluteten Tongrube, amerikanischer Süden, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-133E96

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On the image

Jemand in dieser Familie hatte offenbar gehört, dass es am Stadtrand etwas Sehenswertes gebe, und so fuhren drei Personen in ihrer guten Wochenendkleidung hinaus, um sich ein mit Wasser vollgelaufenes Loch im Boden anzusehen. Der Mann und die beiden Frauen stehen mit jener besonderen Reglosigkeit von Menschen, denen zu einem Anblick nichts mehr einfällt, die Hände in die Hüften gestemmt, und betrachten das Spiegelbild einer roten Tonwand, als könnte es sich noch etwas einfallen lassen.

Die Grube selbst ist das eigentliche Motiv, auch wenn es damals niemand so formuliert hätte: eine Abbau- oder Entnahmegrube, lange genug aufgegeben, dass sich am Grund Regenwasser gesammelt und Gras über die Abraumhalden gekrochen war. Im ländlichen Süden der 1960er Jahre galt eine solche Wunde in der Landschaft bereits als Sehenswürdigkeit, das übliche kostenlose Sonntagsziel, das eine Familie besuchte, weil es nun einmal da war und das Benzin ohnehin schon bezahlt war.

Niemand auf dem Bild lächelt, denn niemand erwartete, beim Vergnügen fotografiert zu werden, sondern eher beim Dagewesensein dokumentiert zu werden. An den Ausflug wird man sich vor allem durch dieses Dia erinnern, abgelegt als Beweis dafür, dass drei Menschen an einem bestimmten Nachmittag sehr ernsthaft am Rand eines ertrunkenen Steinbruchs standen und ihn betrachteten.

The historian's note

Die Szene zeigt eine geflutete Ausgrabung, höchstwahrscheinlich eine aufgegebene Ton-, Sand- oder Kiesgrube, ein im ländlichen amerikanischen Süden der Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitetes Landschaftsmerkmal. Solche Gruben wurden für örtlichen Ziegelbrand, Straßenschüttmaterial oder Baustoffe ausgehoben und füllten sich nach Beendigung des Abbaus häufig mit Grund- und Regenwasser, wodurch sie zu informellen örtlichen Wahrzeichen oder Badestellen wurden.

Kleidung und Haltung der drei Personen entsprechen einem beiläufigen Familienausflug, wie er in den 1960er Jahren üblich war, als die Fahrt zu einer nahegelegenen natürlichen oder industriellen Kuriosität eine gewöhnliche Form der Wochenendunterhaltung darstellte, besonders in Gegenden ohne offizielle Parks oder touristische Ziele. Es sind keine Bauten, Beschilderungen oder identifizierenden Merkmale erkennbar, die den Ort einer bestimmten benannten Stätte zuordnen ließen.

Das Foto dokumentiert eine volkstümliche Landschaftspraxis und kein historisches Ereignis: die Umnutzung von Industriegelände als informellen Erholungsraum, ein Muster, das in der Region verbreitet war, bevor Umweltsanierung und Haftungsfragen den Umgang mit solchen Orten veränderten.

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