Textilträger und neugierige Menschenmenge, Andenstraße, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Andean South America (possibly Arequipa, Peru)

Textilträger und neugierige Menschenmenge, Andenstraße, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-B571E6

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On the image

Irgendwo in den Anden hat sich ein Mann den Warenbestand eines ganzen Marktes an gewebten Decken auf den Rücken geladen, angeordnet, wie ein Aktenschrank Papiere ordnet, unter der Annahme, dass eine menschliche Wirbelsäule einen Lieferwagen ersetzen kann. Eine kleine Menschenmenge ist stehen geblieben, um zuzusehen, gekleidet in die gedeckte Stadtkleidung von Leuten, die schon das Stehen auf einem Bürgersteig im Südamerika der 1960er Jahre als Anlass genug für eine Krawatte betrachten.

Hinter ihnen steht ein kastenförmiger, blasser Kombiwagen mit laufendem Motor am Straßenrand, sein Dachgepäckträger leer, der Fahrer beobachtet die Szene durch eine Sonnenbrille mit der Geduld eines Mannes, der schon Träger gesehen hat und noch weitere sehen wird. Ein zweiter Mann im dunklen Anzug überquert die Straße, ohne irgendetwas davon anzusehen, auf eigener Besorgung, auf jene besondere Art eines Menschen, dessen Stadt Textilhändler und Verkehr und weißgetünchte Kolonialmauern hat und keines davon eines zweiten Blickes für wert hält.

Die Mauer hinter ihnen, dick und blass wie Bruchstein, hat diese besondere Art von Morgenverkehr schon Jahrhunderte länger beobachtet, als es das Automobil überhaupt gibt, was entweder ein Trost oder unerheblich ist, je nachdem, ob man die Decken trägt oder nur in ihrer Nähe geparkt hat.

The historian's note

Die Szene dokumentiert einen andinen Straßenmarkt der 1960er Jahre, auf dem fahrende Händler handgewebte Textilien transportierten, indem sie ganze gestapelte Bündel auf dem Rücken trugen, anstatt Karren oder Fahrzeuge zu benutzen – eine Vertriebsmethode, die in südamerikanischen Hochlandstädten noch lange fortbestand, nachdem Motorfahrzeuge bereits weit verbreitet waren. Die weißgetünchte Mauerwerkswand hinter der Gruppe entspricht der Sillar-Bauweise, dem vulkanischen Werkstein, der in kolonialzeitlichen Bauten Südperus, insbesondere in Städten wie Arequipa, seit jeher als 'Weiße Stadt' bekannt, umfangreich verwendet wurde.

Der kastenförmige Wagen mit Dachgepäckträger ist typisch für europäische oder regional montierte Personenkraftwagen, die in den 1960er Jahren nach Südamerika importiert wurden, eine Zeit, in der der private Autobesitz in der städtischen Mittelschicht zunahm, während der traditionelle Handel parallel dazu auf denselben Straßen weiterbestand. Die Gegenüberstellung von zu Fuß getragenen Waren und Motorverkehr in einem einzigen Bild spiegelt das ungleichmäßige Tempo der Modernisierung wider, das für andine Städte jener Zeit typisch war.

Keine der abgebildeten Personen ist namentlich identifiziert, und die konkrete Stadt lässt sich allein anhand des Bildmaterials nicht mit Sicherheit bestimmen.

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