Ruinen des Artemis-Tempels in Sardis, Türkei, 1970er Jahre — Archive & Atlas
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Sardis

Ruinen des Artemis-Tempels in Sardis, Türkei, 1970er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1970–1979

AA-2026-B60F1D

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On the image

Die Architekten des Artemis-Tempels stellten sich wohl etwas Großartiges vor – ein Bauwerk, das Jahrtausende überdauern würde. Das Jahrtausende-Teil haben sie erreicht, allerdings nicht ganz so, wie sie geplant hatten. Nun, in den 1970er Jahren, stehen die verbliebenen Säulen als markante Erinnerung daran, dass selbst die ehrgeizigsten Projekte letztlich zu Touristenattraktionen und historischen Fußnoten werden.

Rund um die alten Fundamente setzt sich die moderne Landwirtschaft stillschweigend fort. Terrassierte Felder erklimmen die Hügel und zeigen, dass Menschen immer noch essen mussten – ungeachtet früherer Herrlichkeiten oder längst vergessener Götter. Eine Straße, vermutlich für Autos, windet sich durch das Tal und demonstriert die unveränderliche menschliche Neigung, von einem Ort zum anderen zu gelangen, ohne sich besondere Mühe zu geben.

Die gesamte Szenerie vermittelt eine subtile Lektion in Prioritäten: Errichte kolossale Tempel, bewirtschafte einen Berghang oder pflastere eine Straße. Eine dieser Optionen liefert konsequent unmittelbarere, greifbarere Erträge – was erklärt, weshalb die Felder und die Straße belebter wirken als die heiligen Ruinen.

The historian's note

Diese Aufnahme zeigt die Ruinen des Artemis-Tempels in Sardis, gelegen in der Nähe des modernen Salihli in der Türkei, während der 1970er Jahre. Sardis war eine antike Stadt, die im 7. Jahrhundert v. Chr. als Hauptstadt des Königreichs Lydien diente und später unter persischer, hellenistischer und römischer Herrschaft ein wichtiges Zentrum wurde.

Der Artemis-Tempel, ein kolossales Bauwerk, begann seine Errichtung um 300 v. Chr. und durchlief verschiedene Bau- und Rekonstruktionsphasen, besonders unter römischen Kaisern im 2. Jahrhundert n. Chr. Er war einer der größten ionischen Tempel, die je gebaut wurden, bekannt für seine beeindruckende Dimension und den architektonischen Ehrgeiz seiner Erbauer.

Bis in die 1970er Jahre liefen umfangreiche archäologische Ausgrabungen in Sardis bereits seit Jahrzehnten, insbesondere durch Harvard und Cornell Universities. Die Stätte, am Fuße des Mount Tmolus gelegen, offenbart nicht nur den Tempel, sondern auch eine Synagoge, einen Gymnasia-Bad-Komplex und Wohnbereiche und ermöglicht damit Einblicke in über tausend Jahre ununterbrochener Besiedlung.

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