Verzierter geschnitzter Stuhl aus den 1970er Jahren — Archive & Atlas
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Verzierter geschnitzter Stuhl aus den 1970er Jahren — Archive & Atlas

Unattributed 1970–1979

AA-2026-F66503

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On the image

Dieser beeindruckende, aufwendig geschnitzte Holzstuhl, offenbar dazu entworfen, eine Aussage zu treffen, dominiert eine häusliche Ecke der 1970er Jahre. Er verkörpert den merkwürdigen Trend dieser Epoche, historische Bedeutsamkeit in Wohnräumen zu behaupten – selbst wenn diese Geschichte mit erheblichen Opfern beim Komfort erkauft werden musste. Man kann sich vorstellen, dass sein Zweck weniger darin bestand, tatsächlich einen Platz zum Sitzen zu bieten, als vielmehr königlich zu wirken.

Flankiert von modernen Bücherregalen, die von Taschenbüchern überquellen, und einem deplatziert wirkenden Stereo-Lautsprecher, deutet der Stuhl auf einen Hausbesitzer mit eklektischem, aber möglicherweise innerlich zerrüttetem Stilempfinden hin. Die formale Kaminsimsuhr auf dem Lautsprecher verstärkt den Eindruck, dass jedes Objekt sorgfältig ausgewählt wurde, um eine spezifische, wahrscheinlich unnahbar wirkende intellektuelle Gewichtigkeit zu vermitteln.

Es handelt sich um ein Möbelstück, das Aufmerksamkeit fordert und jede beiläufige Interaktion in seiner Nähe stumm beurteilt. Seine absolute Unbeweglichkeit stellte sicher, dass es immer genau dort stand, wo es sein sollte, und überblickte schweigend Jahrzehnte wechselnder Moden, bevor es schließlich zu nichts anderem wurde als zu einem weiteren Möbelstück zum Abstauben.

The historian's note

Diese Fotografie zeigt einen aufwendig geschnitzten, hochlehnigen Holzstuhl, vermutlich ein Antiquum oder eine Nachbildung im Barock- oder Renaissancerevissal-Stil. Solch ornamentale Möbel, häufig aus dunklem Holz gefertigt, betonten aufwendige Detaillierung und einen Hauch historischer Größe.

In den 1970er Jahren verfolgte die Innenarchitektur oft einen eklektischen Mix aus zeitgenössischen Möbeln und traditionellen oder antiken Stücken. Hausbesitzer integrierten solche Stühle regelmäßig ihrer dekorativen Wirkung wegen und schufen so eine Verschmelzung funktionaler Modernität mit Elementen vergangener Epochen.

Die Umgebung – ein Wohnungsinterieur mit getäfelten Wänden, Bücherregalen und Kamin – spiegelt eine verbreitete Ästhetik der Periode wider, in der persönliche Sammlungen und ein Gefühl etablierten Geschmacks in der Wohngestaltung höchst geschätzt waren.

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