Bergkette jenseits der Hochwüste, 1950er Jahre — Archive & Atlas
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American West, interior basin and range

Bergkette jenseits der Hochwüste, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-CC221F

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On the image

Eine von erhöhtem Gelände aus aufgenommene Fotografie, die über eine weite Ebene hinweg auf eine ferne Bergkette blickt, zeigt jene Art von Landschaft, die amerikanische Touristen in den 1950er Jahren als Beweis für die Manifest Destiny und grenzenlose Weite zu bewundern gelernt hatten. Die Aufnahme entstand offenbar in einer Hochwüste oder Steppenlandschaft, der Vordergrund dunkel von Gestrüpp oder niedrigem Wald, der Mittelgrund eine blasse Ebene, während sich die Berge selbst in diesigem Dunst verlieren. Eine Straße oder Eisenbahnlinie zieht sich durch den Mittelgrund, das einzige Zeichen dafür, dass sich bislang jemand einen Grund gefunden hat, diesen Raum zu durchqueren. Die Komposition selbst war eine Lektion in Perspektive und Maßstab, die sich die Landschaftsfotografen jener Epoche beim Betrachten von Walker Evans und Ansel Adams angeeignet hatten – der dunkle Vordergrund als Gewicht, die Berge als Versprechen von Tiefe, der Himmel als Beleg dafür, dass sich die Reise allein wegen des Lichts gelohnt hatte. Was die Fotografie tatsächlich festhält, ist eine Geographie, die den meisten Amerikanern kaum etwas bedeutete – und eben darin lag ihre Bedeutung: abgelegen, unwegsam und leer genug, um zu beweisen, dass das Land im Kern noch immer unbezwungen war.

The historian's note

Hochwüsten und Bergketten des amerikanischen Westens im Landesinneren waren in den 1950er Jahren Gegenstand intensiver dokumentarischer und kommerzieller Fotografie, als verbesserte Farbfilme und ausgebaute Straßensysteme dieses Terrain für Amateurfotografen und Touristen neu erschlossen. Die Komposition – ferne Berge, über offene Ebene hinweg betrachtet – wurde in der Nachkriegszeit zu einem festen Genre der Landschaftsfotografie, befördert durch National Geographic und den Aufschwung des Landschaftstourismus entlang von Routen wie jenen durch die nördlichen Rocky Mountains und intermontanen Becken. Der diesige Dunst und die silhouettierten Gipfel deuten auf Höhenunterschiede und Entfernungen von mehreren Dutzend Meilen hin, typisch für die Topographie zwischen dem Great Basin und den Bergfronten von Montana oder dem nördlichen Wyoming. Solche Fotografien dokumentierten eine Landschaft, die trotz vorhandener Straßen- oder Eisenbahninfrastruktur faktisch siedlungsleer war, und bekräftigten ein amerikanisches Selbstbild der Jahrhundertmitte von Wildnis und Weite.

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