Northeastern U.S. harbor
Reserveflotte im Hafen, von der Wasserseite gesehen, 1950er Jahre — Archive & Atlas
AA-2026-5DAD72
Northeastern U.S. harbor
AA-2026-5DAD72
On the image
Jemand an Deck richtete eine Kamera auf die Reihe grauer Rümpfe, die entlang der Kaimauer vertäut waren, und das Bild kam genau so heraus, wie die Sache tatsächlich war: eine Flotte ohne Ziel. Es handelt sich um Reserveschiffe, jene, die während des Krieges mit großer Eile und großem Aufwand gebaut wurden und nach Kriegsende als zu nützlich zum Verschrotten und zu teuer im Unterhalt galten, weshalb man sie Bug an Heck vertäute und auf einen Krieg warten ließ, von dem man in den 1950er Jahren allgemein annahm, er könne durchaus noch fahrplanmäßig eintreffen.
Hinter ihnen geht die Stadt ihren eigenen Geschäften nach, eine Skyline aus Kirchtürmen und Bürogebäuden, gleichgültig gegenüber der Tatsache, dass vor ihrer Haustür eine kleine Marine geparkt liegt. Der Fotograf war beinahe sicher Passagier eines anderen, vorbeidampfenden Schiffes und hielt den Anblick fest, wie man es tat, bevor irgendjemandem auffiel, dass eingemottete Kriegsschiffe streng genommen keine Touristenattraktion waren.
Die Schiffe hielten ihre Position mit der Geduld von Dingen, die bezahlt werden, ob man sie nutzt oder nicht, was in der Rechenlogik des Kalten Krieges als Schnäppchen galt.
The historian's note
Die in enger Reihe vertäuten Schiffe gehören zu einer Anlage der National Defense Reserve Fleet, einem von mehreren derartigen Ankerplätzen, die die United States Navy und die Maritime Administration kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entlang der Ostküste unterhielten. Schiffe, die als veraltet oder überzählig galten, aber noch nicht zur Verschrottung geeignet waren, wurden außer Dienst gestellt, eines Großteils ihrer Ausrüstung beraubt, gegen Korrosion versiegelt und gemeinsam für eine unbestimmte Lagerzeit vertäut – eine Praxis, die allgemein als „Einmotten“ bekannt ist.
Bis in die 1950er Jahre waren diese Reserveflotten zu einem vertrauten Bestandteil des Hafenlebens in Hafenstädten entlang der gesamten Atlantikküste geworden, greifbarer Beleg für die rasche Demobilisierung nach 1945 ebenso wie für die ebenso rasch aufkeimende Wiederbewaffnungsangst der frühen Zeit des Kalten Krieges. Manche Schiffe dieser Flotten wurden später für den Koreakrieg oder den Vietnamkrieg reaktiviert; viele andere wurden schließlich zum Verschrotten verkauft.
Die hinter dem Ankerplatz sichtbare Skyline verortet die Szene in einer aktiven amerikanischen Hafenstadt jener Zeit, wenngleich sich der genaue Hafen allein aus der Aufnahme nicht bestimmen lässt.
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Reserveflotte im Hafen, von der Wasserseite gesehen, 1950er Jahre. 1950–1959. Archive & Atlas, Historical Image Library, AA-2026-5DAD72. https://thearchive.archiveandatlas.com/library/mothball-fleet-in-harbor-seen-from-the-water-1950s.
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