Katharinenkirche Frankfurt, Hauptwache, 1970er Jahre — Archive & Atlas
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Frankfurt am Main

Katharinenkirche Frankfurt, Hauptwache, 1970er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1970–1979

AA-2026-B877D3

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On the image

Eine gotische Kirche, erbaut um Ehrfurcht und Andacht zu inspirieren, funktioniert nun in erster Linie als Vermieterin von Kleingewerben. Ihre großartigen Bögen ragen über Markisen hinweg, die Wäschereiservices und sonstige Einzelhandelsmöglichkeiten bewerben – ein deutlicher Hinweis darauf, dass selbst monumentales Vertrauen letztendlich seine Miete bezahlen muss. Diese Konstellation deutet auf eine frühe Form der diversifizierten Vermögensverwaltung hin, lange bevor Risikokapitalgeber das durchschaut hatten.

Fußgänger gehen ihren Geschäften nach und manövrieren um das herum, was wie Betonsperrpfosten und Wahlplakate für die DKP und die SPD aussieht – denn in den 1970er Jahren konnte sich selbst ein heiliger Ort den dringenden Anforderungen der Lokalpolitik nicht entziehen. Die selbstbewusste Darstellung der DKP deutet auf eine Zeit hin, in der manche glaubten, die Zukunft sei noch sehr zur Debatte zu stellen, direkt auf dem Gehweg.

Roller und Fahrräder sind in der Nähe geparkt, ihre Besitzer vermutlich in einem der Erdgeschossgeschäfte, was zeigt, dass zwar großartige Architektur Jahrhunderte überdauert, ihr unmittelbarer Zweck sich aber oft den unmittelbareren Erfordernissen von Handel, Pendeln und gelegentlichen Wäscheläufen anpasst. Die Kirche steht als Denkmal der Dauerhaftigkeit, umgeben von den flüchtigen Prioritäten ihrer Epoche.

The historian's note

Diese Fotografie zeigt die Katharinenkirche (St. Catherine's Church) in Frankfurt am Main, Deutschland, wie sie in den 1970er Jahren zu sehen war. Die Kirche, ein bedeutsames gotisches Bauwerk, befindet sich am Hauptwache-Platz, einem wichtigen urbanen Zentrum der Stadt.

Das Erdgeschoss der Kirche zeichnet sich durch die Unterbringung von Geschäftsbetrieben aus, ein häufiges Merkmal einiger europäischer Stadtkirchen nach dem Zweiten Weltkrieg, das pragmatische Wiederaufbau- und Stadtplanungspraktiken widerspiegelt. Das Vorhandensein von Wahlplakaten für die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) verortet die Szene eindeutig im politischen Kontext Westdeutschlands während der 1970er Jahre, einer Phase aktiven gesellschaftlichen und politischen Diskurses.

Das Bild erfasst eine alltägliche Straßenszene, die die Schnittmenge von historischer Architektur, modernem Handel und politischem Leben in einer großen deutschen Stadt während dieses Jahrzehnts illustriert. Es dient als visuelle Dokumentation urbanen Lebens und der Nachnutzung historischer Räume im Nachkriegseuropa.

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