Corsage und blauer Mantel, Vorstadt-Rasenporträt, 1950er Jahre — Archive & Atlas
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Suburban United States

Corsage und blauer Mantel, Vorstadt-Rasenporträt, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-3E952A

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On the image

Jemand hatte ihr gesagt, sie solle still neben dem Baum stehen, und das tat sie, so wie eine ganze Generation still dastand, sobald ein Verwandter eine Kamera und eine Meinung zur Beleuchtung hervorbrachte. Die hoch auf der Brust angesteckte Corsage kennzeichnet diesen Tag als dokumentationswürdig, einen Jahrestag, ein Kirchenessen oder einen kurzen Muttertagsbesuch, jene Art von Anlass, den Familien der 1950er mit einer Blume markierten, die eigens für den einmaligen Gebrauch gekauft und anschließend in einem Buch gepresst wurde.

Der blaue Mantel und der dunkle Rock sind Anziehsachen für eine Frau, die sich sonst ihr Leben lang bequem gekleidet hat, schwarze Spazierschuhe eingeschlossen, denn ein Porträt war etwas Unbequemlichkeit wert, aber nicht zu viel. Hinter ihr deuten die Straße und der junge Baum auf ein neues Wohngebiet hin, dessen Rasen sich noch einrichtet, die Bäume noch zu jung, um allein fotografiert zu werden.

Die Belichtung der Kamera ließ sie geisterhaft weiß erscheinen, was in der Amateurfotografie der 1950er niemand als technisches Versagen bezeichnet hätte, eher als Pech mit der Sonne, da das ganze Unterfangen auf dem Glauben beruhte, Zielen und Auslösen sei im Wesentlichen dasselbe wie zu wissen, was man tat.

The historian's note

Farbfotografie für zu Hause wurde in den 1950er Jahren für amerikanische Familien breit zugänglich, da Amateurkameras und Drogerie-Entwicklung es üblich machten, gewöhnliche häusliche Anlässe zu dokumentieren und nicht nur formelle Ereignisse. Corsagen, getragen zu Jahrestagen, Kirchenveranstaltungen und Familienbesuchen, waren in dieser Zeit ein routinemäßiges Zeichen des Feierns, für einen einmaligen Gebrauch gekauft und danach oft aufbewahrt.

Die Straße und die junge Bepflanzung im Hintergrund sind typisch für die suburbane Expansion der Nachkriegszeit, als neue Wohnstraßen mit jungen Bäumen bepflanzt wurden, die seither in den meisten erhaltenen Vierteln zur vollen Größe herangewachsen sind. Die überbelichtete Darstellung der Porträtierten spiegelt den begrenzten Belichtungsspielraum der damaligen Farbfilme für Konsumenten wider, die mit starkem Sonnenlicht im Vergleich zu professioneller Ausrüstung schlecht zurechtkamen.

Es liegen keine identifizierenden Angaben zur Porträtierten vor, die namenlos bleibt; das Bild dokumentiert dennoch einen weit verbreiteten und größtenteils undokumentierten visuellen Brauch des Jahrzehnts, das informelle Porträt im Freien, aufgenommen zur Markierung eines Familienanlasses.

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