Colonial Street, Cuzco, Peru, 1950s — Archive & Atlas
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Colonial Street, Cuzco, Peru, 1950s — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-DD14EC

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On the image

Ein junger Mann im gebügelten weißen Hemd und dunkler Hose steht allein in der engen gepflasterten Straße eines spanischen Kolonialviertels und posiert unmittelbar für die Kamera mit der Befangenheit dessen, der sich bewusst ist, dass er dokumentiert wird. Hinter ihm erhebt sich eine festungsgleiche behauene Steinmauer zur Linken—Inkamauerwerk, das fünfhundert Jahre standhielt—und voraus eine Reihe von getünchten Herrenhäusern mit geschnitzten hölzernen Balkonen, die über der Straße hängen nach Art von Gebäuden, die Jahrhunderte lang wichtig waren, ohne dass sie es recht beabsichtigten. Die Architektur verkündet Eroberung und Besiedlung in einem Atemzug: spanisches Design auf Inka-Maurerwerk auferlegt, die koloniale Ordnung in Stein und Holz verewigt. Er steht zwischen diesen Schichten der Macht, als wären sie bloße Kulisse, gekleidet in die westliche Garderobe, die für jeden Mann obligatorisch wurde, der fotografiert werden wollte, geschweige denn Glaubwürdigkeit beanspruchte.

The historian's note

Cuzco, die alte Inkahauptstadt, wurde nach der Eroberung des sechzehnten Jahrhunderts als spanische Kolonialstadt umstrukturiert. Die charakteristische Architektur der Stadt vereint Inka-Steinfundamente mit spanischen Kolonialgebäuden, viele mit den hier sichtbaren geschnitzten Holzbalkonen. In den 1950er-Jahren war Cuzco ein Hauptziel für Farbfotografie-Tourismus und Dokumentarfilm des Mittelalters. Die getünchten Fassaden, Steinstraßen und engen Gassen blieben vom siebzehnten Jahrhundert weitgehend unverändert und machten die Stadt zu einer lebendigen Ausstellung des kolonialen Peru. Die westliche Kleidung und formale Körperhaltung des jungen Mannes spiegeln die kulturelle Assimilation und Modernisierung des Mittelalters wider, die überall in südamerikanischen Städten stattfand, selbst in historisch indigenen Zentren.

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