Fliesengang eines andalusischen Palastes, Seville, 1960er Jahre — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
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Fliesengang eines andalusischen Palastes, Seville, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-53B4C1

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On the image

Jemand stand in den 1960er Jahren in der oberen Galerie eines Palastes in Seville und beschloss, dass die richtige Methode, vier Jahrhunderte mudéjarischer Handwerkskunst zu fotografieren, darin bestand, die Kamera zu neigen und eine hölzerne Säule den Bildrahmen dominieren zu lassen. Die Azulejofliesen an den Wänden, blauweißen geometrischen Muster, gelegt von Händen, die nie mit Touristen mit Instamatics rechneten, erhalten etwa ein Drittel der Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Der Rest des Hofes, gewölbte Öffnungen, ein schmiedeeisernes Geländer, eine zweite Galerie dahinter sichtbar, wird mit dem Blick betrachtet, den man Architektur schenkt, wenn man technisch gesehen im Urlaub ist, aber mental bereits ans Mittagessen denkt.

Dies ist die Standarddokumentation von Mittelklasse-Reisen: Beweis, irgendwo gewesen zu sein, mehr als eine Untersuchung dessen, was dieses Irgendwo tatsächlich war. Das Muster wiederholt sich die Säulenreihe hinunter mit der Gehorsamkeit von etwas, das dazu gebaut wurde, Mode, Meinung und Laienfotografie zu überdauern. Wer den Auslöser drückte, bekam die Säulen und verpasste den Punkt, was mehr oder weniger die Geschichte des Tourismus in einem Bild ist.

Die leeren Bänke entlang der gefliesten Wand deuten auf einen Hof hin, der zum Sitzen und Betrachten gebaut wurde, nicht zum Vorbeieilen mit schräg gehaltener Kamera. Vierhundert Jahre ununterbrochene Nutzung durch Bewohner, die nie erklären mussten, was sie sich ansahen.

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