Verzierte Eckkiosk unter einem aufsteigenden Hochhaus, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Buenos Aires, Argentina

Verzierte Eckkiosk unter einem aufsteigenden Hochhaus, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-28FEF0

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On the image

Der Kioskbesitzer hat jeden Zentimeter seiner kleine Zwiebeldach-Bude mit Magazinumschlägen beklebt – nach der vernünftigen Theorie, dass eine Wand aus Schlagzeilen besser verkauft als ein Schild. Hinter ihm stapelt sich ein brandneuer Wohnturm mit identischen Balkonen zwölf Stockwerke in die Dunkelheit – die Art von Betonoptimismus, die Städte überall in den 1960er Jahren ausschütteten, um zu beweisen, dass sie im modernen Zeitalter angekommen waren.

Niemand auf diesem Foto scheint den Kontrast zu bemerken. Der Kiosk mit seinem gusseisernen Schnörkelwerk und der Kupferkuppel gehört zu einer Stadtstraßen-Idee des 19. Jahrhunderts; der Turm dahinter gehört zu einer ganz anderen, und die beiden koexistieren einfach auf demselben Gehweg, weil niemand sich durchgerungen hat, zu entscheiden, welche Epoche gewinnt.

Ein teilweise sichtbares Schild für das, was wie ein Kino oder Café aussieht, leuchtet in der Ferne dimm auf und leistet die gleiche Arbeit wie der Kiosk: zieht nach Einbruch der Dunkelheit Fußgänger mit Licht statt Argumentation an. Der Kioskbesitzer setzt seinen Geschäftsbetrieb darauf, dass die Leute noch immer etwas Gedrucktes zu lesen haben wollen. Die Geschichte wird sich schließlich auf die andere Seite stellen.

The historian's note

Straßenkioske dieses aufwendigen gusseisernen Stils, oft mit einer kleinen Kuppel bekrönt und mit Werbung bedeckt, waren Mitte des 20. Jahrhunderts ein festes Element großer südamerikanischer und europäischer Stadtzentren, typischerweise mit Verkauf von Zeitungen, Magazinen, Zigaretten und Lotterielosen. Viele solcher Kioske stammten aus früheren Jahrzehnten städtischer Verschönerung und überlebten oft wenig verändert bis in die 1960er Jahre, selbst während ihre Umgebung umgebaut wurde.

Der Hochhaus-Wohnblock hinter dem Kiosk spiegelt die Welle der städtischen Sanierung der Mitte des Jahrhunderts wider, die Latin-amerikanischen und europäischen Hauptstädten während der 1960er Jahre gemeinsam war, als ältere mehrgeschossige Straßenzüge schnell durch Betonwohnblöcke mit Balkonfassaden ersetzt wurden. Diese Gegenüberstellung einer älteren Straßenhandelsstruktur gegen neues hochverdichtetes Wohnen war ein häufiges Merkmal von Stadtzentern, die sich in diesem Übergangsprozess befanden.

Die teilweise sichtbare illuminierte Beschilderung im Hintergrund entspricht einer für einen zentralen Geschäftskorridor dieser Epoche typischen Handels- oder Unterhaltungsstätte, wobei ihre genaue Identität aus den verfügbaren Belegen nicht bestimmt werden kann.

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