Neugeborenes in Armen auf einer gesteppten Bettkante, 1960er Jahre — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
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Neugeborenes in Armen auf einer gesteppten Bettkante, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-882D95

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On the image

Gerade hat jemand dieses Baby für das obligatorische erste Porträt übergeben, die Art von Aufnahme, die in den 1960er Jahren jeder Haushalt mit einer neuen Kamera und einem Neugeborenen ohne Ausnahme anfertigte. Das Licht ist schlecht, der Blitz noch schlechter, und niemandem im Zimmer ist das recht, weil es nie um gutes Licht ging. Es ging um Beweis: Diese Person existiert jetzt, und hier ist die Tagesdecke als Beleg, in welches Haus sie hineingeboren wurde.

Das Haar des Säuglings steht in dem elektrischen kleinen Häubchen auf, das Neugeborene bekommen, und die Augen haben diesen unfokussierten, leicht argwöhnischen Blick einer Kreatur zwei Wochen nach dem Bewusstsein. Ein vererbter Schlafanzug in hellem Blau verrichtet die Arbeit, die spätere Generationen einem Strampler mit Designer-Logo überlassen würden. Wer das Baby hält, ist fast vollständig aus dem Bild beschnitten, was damals auch übliche Praxis war, da der Erwachsene nie das Motiv war und das wusste.

Die gesteppte Tagesdecke und das einzelne flache Kissen hinter ihnen gehören zu einem Schlafzimmer, das für Zweckmäßigkeit und nicht fürs Fotografieren gebaut wurde, in der Annahme, dass niemand jemals wieder hinschauen müsste. Doch irgendwann musste jemand tatsächlich wieder hinschauen, und genau deshalb hat dieses Bild lange genug überlebt, um eine Bildunterschrift zu brauchen.

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