Neuer Bordstein und Mittelstreifen am Stadtrand, Vorstadtrand der 1950er Jahre — Archive & Atlas
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Neuer Bordstein und Mittelstreifen am Stadtrand, Vorstadtrand der 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-3E026B

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On the image

Jemand hielt den Wagen am Rand eines neuen Bordsteins an, um dies festzuhalten, und das erzählt einem fast alles, was man über die 1950er Jahre wissen muss: Ein Streifen gegossener Beton und ein Halbrund aus verlegtem Rasen galten als dokumentationswürdig, weil sie bedeuteten, dass die Zukunft angekommen war. Dahinter liegt ein gepflügtes Feld, das noch eine Saison lang tat, was gepflügte Felder eben taten, bevor die Vermesser mit ihren Pflöcken zurückkamen und die Reihenhaussiedlungen entstanden.

Ein einzelnes Auto steht weit entfernt auf der unfertigen Straße, und ein unscharfer Schilderpfosten steht Wache über Gras, das noch niemand betreten hat. Die ferne Silhouette niedriger Gebäude und ein oder zwei Wassertürme markieren die Stadt, auf die dieser neue Bordstein zulaufen sollte – getragen von der zuversichtlichen Nachkriegsannahme, dass die Häuser folgen würden, sobald die Straße gebaut war.

Meist taten sie das auch. Was der Fotograf nicht wissen konnte: Der leere Mittelstreifen und das unbebaute Feld sollten binnen weniger Jahre beide verschwinden, ersetzt durch genau jene gewöhnliche Wohnstraße, die es im Nachhinein als vernünftig erscheinen ließ, Bordsteine fotografiert zu haben.

The historian's note

Die Aufnahme dokumentiert ein verbreitetes Merkmal der amerikanischen Landnutzung der 1950er Jahre: eine asphaltierte Straße mit Bordstein und bepflanztem Mittelstreifen, angelegt noch vor der Wohnbebauung, der sie dienen sollte. Die Nachkriegs-Vorstadtexpansion verlief häufig auf diese Weise – kommunale Infrastruktur wie Bordsteine, Entwässerung und Straßenkurven wurde verlegt, bevor die Bautrupps das angrenzende Ackerland erreichten.

Das gepflügte Feld jenseits des Mittelstreifens repräsentiert landwirtschaftliche Fläche in der letzten Phase ihrer Nutzung vor der Umwandlung in ein Wohngebiet – ein Übergang, der die äußeren Ränder amerikanischer Städte und Gemeinden während des gesamten Jahrzehnts prägte. Die ferne, niedrige Skyline, vermutlich das Geschäftszentrum einer Kleinstadt oder ein Getreidesilo-Viertel, verortet die neue Straße als Verlängerung, die von einem bestehenden Zentrum nach außen greift.

Solche Bilder sind, so bescheiden sie wirken, Teil des Bildarchivs der Nachkriegs-Suburbanisierung und halten Infrastrukturinvestitionen genau in dem Moment fest, bevor die vorgesehene Landnutzung tatsächlich Wirklichkeit wurde.

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