Marmorverkleidung und kannelierte Pilaster, Fassade eines öffentlichen Gebäudes, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Marmorverkleidung und kannelierte Pilaster, Fassade eines öffentlichen Gebäudes, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-D09396

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On the image

Jemand wollte in den 1960er Jahren, dass dieses Gebäude aussieht, als sei es schon immer bedeutend gewesen, und Marmorverkleidung war der schnellste Weg, diesen Eindruck zu erkaufen. Die Platten sind dünn geschnitten, im Buchmaser-Verfahren zu wirbelnden Mustern aus Grau und Rostbraun zusammengefügt und in ein Raster gesetzt, das so eng ist, dass kein Passant bemerken sollte, wo eine Platte endet und die nächste beginnt.

An der Ecke trägt ein kannelierter Pilaster eine kleine Reliefplakette, eine klassische Geste, die auf einen modernen Stahlrahmen geschraubt wurde, so wie eine Krawatte auf eine Uniform geschraubt wird. Nachkriegsarchitekten liebten diesen Trick: das Vokabular antiker Tempel entlehnen, es in fabrikgeschnittenem Stein anwenden und die Öffentlichkeit Würde statt Budget vermuten lassen.

Die gesamte Wand ist ein zeittypisches Argument dafür, dass Beständigkeit sich nach Zeitplan fertigen ließ, eine dünne Platte nach der anderen, montiert mit derselben Selbstsicherheit, als sei sie aus einem einzigen Steinbruchblock gebrochen worden.

The historian's note

Die Fotografie dokumentiert eine gängige Bautechnik der 1960er Jahre, bei der große Platten aus natürlichem Marmor oder Granit dünn geschnitten und als Verkleidung über einen tragenden Beton- oder Stahlrahmen montiert wurden, anstatt als massiver, lastabtragender Stein verwendet zu werden. Diese Methode erlaubte es öffentlichen, gewerblichen und institutionellen Bauten der Nachkriegszeit, die visuelle Autorität klassischer Steinarchitektur zu einem Bruchteil der Materialkosten und des Gewichts früherer Epochen zu vermitteln.

Der kannelierte Pilaster mit eingelassener Reliefplakette spiegelt eine breitere Praxis der Jahrhundertmitte wider, klassische architektonische Elemente, Säulen, Giebel, allegorische Reliefs, in ansonsten moderne Gebäudehüllen zu integrieren. Diese Stilvermischung war typisch für institutionelle Architektur, die während einer Phase rascher städtebaulicher Erneuerung errichtet wurde, als Planer bei Neubauten Stabilität und städtische Dauerhaftigkeit signalisieren wollten.

Solche Verkleidungen wurden in Serie gefertigt und im Laufe des Jahrzehnts breit an Regierungsgebäuden, Banken und Firmenzentralen eingesetzt, wodurch dieser Fassadentyp eher ein wiedererkennbares Merkmal der Architekturpraxis der 1960er Jahre als ein einzigartiger Auftrag ist.

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