Makake hinter einem Blatt, tropischer Regenwald, 1950er Jahre — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
Depth is precomputed and interpretive — the scene falls back to the flat image where a browser can't render it.

Makake hinter einem Blatt, tropischer Regenwald, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-018E33

The Archivist
Ask about this image
Archivist
Sign in to ask the Archivist about this image.
Step into the scene
Off by default. Turning it on lets the image respond to your cursor with a shallow sense of depth, rebuilt from a depth map computed when the image was catalogued. It is an interpretation for looking, not a measured 3D model — and it falls back to the flat image where the browser can't render it.

On the image

Jemand betrat diesen Wald mit einer Kamera und der für die Epoche typischen Zuversicht: mit genügend Geduld würde der Dschungel einem irgendwann Modell stehen. Der Makake auf dem Ast hatte andere Pläne und hielt sich beim Fressen ein einzelnes breites Blatt direkt vors Gesicht – jene Art kleiner Sabotage, die Wildtiere ständig verüben und die Fotografen erst bemerken, wenn der Verschluss bereits ausgelöst hat.

Weiter unten und etwas seitlich versetzt ist ein zweiter, kleinerer Makake im Schatten am Boden mit der eigentlichen Nahrungssuche beschäftigt, während sein Artgenosse oben sitzt und ein Blatt aus nächster Nähe zu studieren scheint. Das Bild ist mit toten Ästen und Lianen überfüllt – jene Art von visueller Unordnung, die ein Amateur der 1950er Jahre mit Diafilm und ohne Teleobjektiv schlicht hinnehmen musste, denn allein die Nähe zu einem wilden Primaten war schon die Leistung, nicht die Bildkomposition.

Was bleibt, ist keine zoologische Studienaufnahme, sondern eine Reisetrophäe: Beweis dafür, dass die Reise stattgefunden hat, dass das Tier real war, und dass Dschungellicht und die Kooperationsbereitschaft eines Affen selten am selben Nachmittag zusammentreffen.

The historian's note

Makaken zählen zu den am häufigsten fotografierten Primaten im tropischen Asien und Teilen Nordafrikas, und mit dem zunehmenden Nachkriegstourismus sowie den Reiserouten aus der Kolonialzeit gelangten in den 1950er Jahren immer mehr Amateurfotografen in Waldreservate, in denen diese Tiere häufig und gut sichtbar waren. Kameras mit Farbdiafilm, der in diesem Jahrzehnt für Reisende erstmals erschwinglich wurde, machten derartige informelle Tieraufnahmen zu einem gängigen Reisesouvenir statt zu einer wissenschaftlichen Dokumentation.

Solche Aufnahmen enthalten selten Feldnotizen zu Art, genauem Ort oder Datum über die Reise des Fotografen hinaus, und auch diese bildet keine Ausnahme. Sie steht exemplarisch für die Amateur-Tierfotografie der Jahrhundertmitte: gelegenheitsbedingt, ohne Spezialausrüstung entstanden und heute vor allem als Dokument dafür wertvoll, wie gewöhnliche Reisende der tropischen Fauna begegneten, bevor sich die dezidierte Naturfotografie als eigene Praxis etablierte.

Subjects & keywords — each links to a search

From the community

Identifications, corrections, and discussion from readers — reviewed by a librarian before appearing here.

Sign in to add an identification, correction, or comment.

No notes yet — be the first to add what you know about this image.

Archive & Atlas — The Archive AA-2026-018E33 · jpg · Open