Mädchen zu Pferd, ländliches Amerika, 1950er Jahre — Archive & Atlas
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Mädchen zu Pferd, ländliches Amerika, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-93179A

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On the image

Ein Kind sitzt rittlings auf einem braunen Pferd in einem flachen, baumgesäumten Hof und hält die Zügel mit dem beiläufigen Griff einer Person, die dies nicht zum ersten Mal tut. Der Schauplatz ist jene Art amerikanischer Landbesitz, auf dem ein Pferd zugleich Arbeitstier und Reittier eines Kindes war – noch kein Luxus, aber auf dem Weg dazu. Hinter ihr erhebt sich ein Strommast, und im weichen Mittelgrund lassen die Geometrie eines kleinen Wirtschaftsgebäudes und einer Windmühle einen Ort erahnen, an dem Selbstversorgung noch der Normalfall war. Sie trägt ein weißes Baumwollhemd und blaue Jeans, die Uniform der Kinder der 1950er Jahre überall, und begegnet der Kamera mit der unbefangenen Direktheit von jemandem, der noch zu jung ist, um für sie zu posieren. Die Fotografie hält einen Moment fest, in dem diese Art ländlicher Kindheit – ein Kind und ein Pferd an einem Sommernachmittag – so gewöhnlich war, dass noch niemand verstand, dass sie im Verschwinden begriffen war.

The historian's note

Die ländliche Kindheit der 1950er Jahre bewahrte noch einen unmittelbaren Zugang zu Nutztieren und landwirtschaftlicher Arbeit, der innerhalb einer Generation verschwinden sollte. Das Pferd befand sich in diesem Jahrzehnt in der Umbruchphase von Nutz- zu Freizeittier, da Traktoren und Fahrzeuge die Verdrängung tierischer Arbeitskraft in der amerikanischen Landwirtschaft weitgehend vollzogen hatten. Das gezeigte Grundstück – mit Mast, Windmühle und offenem Hof – steht für das verstreute, selbstverwaltete ländliche Siedlungsmuster der Great Plains und des oberen Mittleren Westens. Bis in die 1960er Jahre hinein sollten die Konzentration der Landwirtschaft, das Wachstum der Vorstadtkultur und die steigenden Kosten der Pferdehaltung diese Art beiläufiger kindlicher Reitkunst zunehmend selten werden lassen. Das Farbdia selbst dokumentiert diesen Moment: Erschwinglicher Farbfilm erlaubte Familien, das gewöhnliche Landleben mit neuer Unmittelbarkeit festzuhalten, und schuf so ein visuelles Archiv eines ländlichen Amerikas in seiner letzten Phase.

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