Rote Katze schläft auf Sofa mit Blumen-Chintz, 1950er Jahre — Archive & Atlas
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Rote Katze schläft auf Sofa mit Blumen-Chintz, 1950er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-43E46A

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On the image

Die Katze hat sich den guten Sessel angeeignet, den mit dem Rosenmuster, das so aufdringlich ist, dass er offenkundig zum Anschauen und nicht zum Sitzen gedacht war. Jemand hat zuvor die Zeitung von gestern über das Kissen gebreitet, eine kleine defensive Geste, typisch für das Jahrzehnt, in dem Möbel teuer waren und Haustiere ohnehin als haarend galten, was auch immer man dagegen unternahm.

Die Katze hat die Zeitung vollkommen ignoriert und stattdessen einen kleinen Keramikstiefel als Kissen zweckentfremdet, jene Art von Ziergegenstand, den Haushalte der Jahrhundertmitte in großer Zahl sammelten und aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf Regalen aufstellten. Sie schläft mit der uneingeschränkten Selbstverständlichkeit eines Tieres, das nie auch nur einen Moment daran gezweifelt hat, ob es sich dort aufhalten darf.

Die Tapete im Hintergrund wiederholt dasselbe florale Motiv wie der Bezug, denn Muster auf Muster abzustimmen galt in dieser Epoche als guter Geschmack und nicht als Zumutung fürs Auge. Nichts im Raum deutet darauf hin, dass irgendjemand erwartet hätte, dass eines Tages ein Foto von der Katze statt von den Möbeln gemacht würde.

The historian's note

Blumen-Chintz-Bezüge und dazu passende Blumentapeten waren ein Kennzeichen der häuslichen Einrichtung der Jahrhundertmitte, besonders verbreitet in mittel- und osteuropäischen Haushalten der 1950er Jahre, wo großflächig gemusterte Rosen- und Pfingstrosendrucke im Inland hergestellt und breit verfügbar waren. Die Kombination aus gemusterter Tapete und ebenso gemustertem Möbelbezug, heute als optisch überwältigend empfunden, spiegelte eine zeitgenössische Ästhetik wider, in der Musterfülle Wohlstand und modernen Geschmack signalisierte.

Der kleine Stiefel aus Keramik oder bemaltem Gips neben der Katze entspricht den dekorativen Nippesfiguren, die in dieser Zeit in Massenproduktion billig hergestellt und verkauft wurden, häufig als Souvenirs oder Kaminsims-Ornamente und nicht als Gebrauchsgegenstände. Zeitungspapier auf Polstermöbeln auszubreiten, bevor man ein Haustier darauf ruhen ließ, war eine gängige Haushaltspraxis der Epoche, die spezialisiertem Tiermobiliar vorausging und den damaligen relativen Wert von Textilgütern widerspiegelte.

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