Familienaufnahme aus dem Wohnzimmer, Amerikanische Vororte, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Familienaufnahme aus dem Wohnzimmer, Amerikanische Vororte, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-C23841

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On the image

Jemand sagte, bleibt still, und drei der vier Personen in diesem Wohnzimmer versuchten es. Die Großmutter arrangiert das Baby auf ihrem Schoß mit dem erstarrten Lächeln einer Frau, die für hundert dieser Aufnahmen posiert hat und weiß, daß der Blitz losgeht, ob man bereit ist oder nicht, während die junge Frau auf der rechten Seite ihre Beine mit unbefangener Sicherheit über den Bildausschnitt gebreitet hat – als hätte sie entschieden, daß die Kamera sie liebt, und gedenkt, das zu beweisen.

Dem Jungen in der Mitte ist die Botschaft nicht zu Ohren gekommen. Er hat beide Hände über seinem Mund gepresst, mittendrin im Lachen, über etwas, das nie für die Nachwelt festgehalten wird, weil niemand dachte, daß der Witz der Sinn des Fotos sei. Die Lampe neben dem Sofa leistet mehr Arbeit als der eigentliche Blitz und taucht die ganze Szene in das Bernsteinglühen, in das Indoor-Farbfilm dieser Ära jede Glühbirne verwandelte, ob das Zimmer wie ein Sonnenuntergang aussehen wollte oder nicht.

Die Tapete, der niedrige Beistelltisch, das gute Sofa, das für Besuch und Familienfotos gleichermaßen reserviert ist – alles deutet darauf hin, daß dies ein ganz normaler Abend war, den jemand für ein Dia wert befand. Vierzig Jahre später wird die Tapetenmusterung das einzige sein, das im Bild mit Sicherheit zu datieren ist, und das Lachen des Jungen wird das einzige sein, an das sich irgendjemand wirklich gerne erinnert.

The historian's note

Häusliche Farbfotografie wurde durch die 1960er Jahre hindurch zur verbreiteten Haushaltspraxis, da Diaprojektoren und selbst verarbeiteter Farbfilm es Familien einfach machten, gewöhnliche Abende zu dokumentieren, nicht nur Feiertage und Meilensteine. Innenaufnahmen unter Tischlampen und haushaltsüblichem Glühlicht, ohne zusätzliche Blitzkorrektur, erzeugten gewöhnlich den hier sichtbaren warmen Bernsteinton, ein Nebenprodukt der Farbbalance der damals verwendeten Filmarten, eher als ein bewußter Effekt.

Die Blumentapete, der niedrige Gelegenheitstisch und das gepolsterte Sofa spiegeln die Standard-Wohnzimmereinrichtung der Mittelklasse Amerikas aus dieser Zeit. Familienzusammenkünfte dieser Art, ungezwungen fotografiert statt professionell inszeniert, machen einen großen Teil der erhaltenen persönlichen Archive des Jahrzehnts aus und werden heute primär als Dokumentation von Sozialgeschichte und Materialkultur des häuslichen Lebens geschätzt, eher nicht als Aufzeichnungen eines bestimmten Ereignisses.

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