Holländische Kokermühle auf ihrem Umgang, Niederlande, 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Netherlands

Holländische Kokermühle auf ihrem Umgang, Niederlande, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-447C9E

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On the image

In den 1960er Jahren war eine funktionstüchtige holländische Windmühle weniger eine Maschine als ein städtisches Wahrzeichen, das teils aus Pflichtgefühl, teils weil die Touristen es erwarteten, weiterlief. Diese hier besitzt noch ihren vollständigen Umgang samt Leiter, jene hölzerne Plattform, auf der Müller einst herumliefen, um die Segel von Hand zu reffen – eine Arbeit, die keine Höhenangst duldete und eine praktische Windkenntnis erforderte, die kein Ingenieurstudium je vermittelt hat.

Die Gitterflügel sind aufgetakelt, aber nicht bespannt, was bedeutet, dass an diesem Nachmittag bereits entschieden war, dass die Mühle posieren und nicht mahlen würde. Dahinter deutet ein niedriges Cottage mit ordentlichen Fensterläden darauf hin, dass der Haushalt des Müllers ebenso sehr für die Besichtigung wie zum Wohnen hergerichtet war, das gesamte Anwesen mit jener besonderen Selbstbewusstheit arrangiert, die ein Land entwickelt, wenn es erkannt hat, dass seine alte Technik nun Kulisse ist.

Irgendwo außerhalb des Bildausschnitts erledigte mit ziemlicher Sicherheit eine Dieselpumpe die eigentliche Arbeit, den Polder trockenzuhalten, während die Windmühle still von der Infrastruktur zum Kulturerbe befördert worden war, ohne dass jemand diesen Wandel verkündet hätte.

The historian's note

Traditionelle holländische Kokermühlen dieser Art – ein achteckiger Holzturm auf einem Sockel aus Ziegel oder Bohlen, mit drehbarer Haube und Gitterflügeln – wurden ab dem siebzehnten Jahrhundert vor allem zur Entwässerung und zum Getreidemahlen errichtet. Bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts waren die meisten von elektrischen und dieselbetriebenen Pumpstationen abgelöst worden, und die verbliebenen Mühlen wurden zunehmend von Erhaltungsvereinen unterhalten, nicht mehr aus wirtschaftlicher Notwendigkeit.

In den 1960er Jahren unternahmen die Niederlande einen konzentrierten nationalen Versuch, historische Mühlen wiederherzustellen und zu besetzen, sowohl als funktionsfähige Denkmäler als auch als touristische Attraktionen, wobei ehrenamtliche Müller darin geschult wurden, die Mechanik zu Vorführzwecken statt zur Produktion zu bedienen. Der außen sichtbare Umgang samt Leiter sind originale funktionale Merkmale, die zum Reffen und Entfalten des Segeltuchs von Hand dienten – eine Aufgabe, die vor der Automatisierung im Zentrum der täglichen Arbeit eines Müllers stand.

Struktur und Umfeld entsprechen der Denkmalpflegebewegung jener Zeit, wobei die genaue Mühle und ihr Standort allein anhand des Bildes nicht zu bestimmen sind.

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