Dutch Costume Street Scrubbers, Midwest Tulip Festival, 1960er — Archive & Atlas
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Midwestern United States (Dutch-heritage festival town)

Dutch Costume Street Scrubbers, Midwest Tulip Festival, 1960er — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-C3A775

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On the image

Die Pfeife im Mund des Jungen ist nicht angezündet und wird es auch nie sein – genau das ist der Sinn einer Kinderkostümpfeife auf einem Heimatfest: Sie signalisiert die Gewohnheiten einer Nation ohne ihre Konsequenzen. Er und seine Schwester sind für den Nachmittag als Miniatur-Volendammer herausgeputzt worden, komplett mit Holzschuhen und einer geschürzten Großmutter, die sie die Straße hinunterführt, weil jemand in dieser Stadt vor Jahrzehnten beschlossen hat, dass niederländische Abstammung eine jährliche Parade wert ist, und seitdem alle sich einig sind, dafür weiter in Kostümen herumzulaufen.

Die Besen sind kein Beiwerk. Straßenkehren war ein echtes Volkstum-Brauchtum, das komplett für die Klompen-Tänzer des Festivals übernommen wurde und hier im halben Maßstab von zwei Kindern aufgeführt wird, die sich offenbar viel unwilliger zur Haube und den Holzschuhen bekennen als zum eigentlichen Kehren. Ihre Großmutter, in passendem Blumendruck, hat das eindeutig schon öfter gemacht und weiß genau, wie lange sie für die Kamera lächeln muss.

Hinter ihnen leistet die Straßenmenge die andere Hälfte der Arbeit der Ära: geduldig in Überziehern stehend zuschauen, während ein Schaufenster-Schild für Kameras und Fotoentwicklung gleich weiter oben am Block auf den Film wartet, den alle hier gleich schießen und schließlich vergessen werden zu entwickeln.

The historian's note

Mittelwestliche Städte, die von niederländischen Einwanderern besiedelt wurden, hielten das ganze 20. Jahrhundert über jährliche Tulpen- und Heimatfeste ab, die bekanntesten davon Holland, Michigan's Tulip Time, gegründet 1929, und Pella, Iowa's entsprechendes Fest. Beide zeigten Straßenkehr-Demonstrationen und Klompen-Tänze in traditioneller niederländischer Tracht, inszeniert für Touristen als lebende Ausstellung der Ursprünge der Gründer.

Bis in die 1960er Jahre waren diese Feste zu fest verankerten bürgerlichen Ritualen geworden, die Besucher busweise anzogen und eine bescheidene Tourismuswirtschaft mit Souvenirläden, Fotoentwicklungsschaltern und reserviertem Bordsteinkanten für Zuschauer generierten. Die Teilnahme von Ortskinder in Periode-Kostümen galt als sowohl eine Gemeinschaftsverpflichtung als auch eine informelle Einarbeitung in lokale Identität.

Die Szene reflektiert den Nachkriegs-Höhepunkt des amerikanischen Heimattourismus, als kleine Städte sich in ethnische Schauspiele als Form von Markenbildung vertieften, lange bevor dieser Begriff überhaupt existierte.

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