Tiefseeangler kämpft mit einem Fisch, 1960er-Jahre Charterboot — Archive & Atlas
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Tiefseeangler kämpft mit einem Fisch, 1960er-Jahre Charterboot — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-E76CC2

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On the image

Er hat die Rute in eine Form gebogen, die kein Rutenhersteller je beabsichtigt hat, und beide Hände drumherum geschlungen, als würde das Ergebnis des Nachmittags einzig von der Griffstärke abhängen – was in den 1960er Jahren beim Sportfischen mehr oder weniger der Fall war. Der weiße Hut und das gebügelte Kurzarmhemd gehören einem Mann, der sich dafür so anzog wie andere zur Kirche, nach der Überzeugung, dass ein ernsthaftes Hobby eine Uniform verdiente. Irgendwo unter der Oberfläche fällt ein Fisch, der dem allem nie zugestimmt hat, für ihn die Entscheidung.

Charterangeln war in diesem Jahrzehnt zu einem respektablen Ritual der Mittelklasse geworden, das ein Mann am Montagmorgen im Büro erwähnen konnte, ohne dass jemand annahm, er besäße eine Yacht. Das Boot selbst ist in dem Blau-Weiß-Anstrich ausgeführt, auf den sich alle Charterunternehmer unabhängig zu einigen schienen, als hätte es ein Memo gegeben. Er lehnt sich gegen den Heckbalken mit der Ruhe eines Mannes, der das schon öfter getan hat und eine Geschichte haben wird, ob der Fisch gelandet wird oder nicht.

Das Wasser zeigt sich in unmöglichem, gesättigtem Blau, der Art, die zuverlässig auf Urlaubsfotos erscheint und fast nirgendwo sonst, was zum Teil erklärt, warum Menschen dieses exakte Foto die nächsten dreißig Jahre lang immer wieder machten.

The historian's note

Freizeitangeln in der Tiefseefischerei breitete sich in den 1960er Jahren schnell in Küstenferienorten der Amerikas und der Karibik aus, angetrieben durch steigendes Einkommen nach dem Krieg und das Wachstum kommerzieller Sportfischereien, die sich an Touristen statt nur an wohlhabende Privatbootbesitzer richteten. Charter-Angebote für halbtägige und ganztägige Fahrten wurden zum Standard in Seebadorten, und Dreh- und Trollingrollen wie die hier gezeigten wurden erstmals für Angler ohne Spezialistenkenntnisse verbreitet verfügbar.

Die Ausrüstung und Kleidung des Anglers entsprechen der üblichen amerikanischen Sportfischereiausrüstung der Epoche: ein breitkrempiger Baumwollhut zum Sonnenschutz, eine herkömmliche oder Schnurlaufrolle auf einer Vordergriffrolle, und funktionelle statt technische Kleidung. Solche Charterfahrten wurden häufig von Amateurfotografen mit Farbumkehrfilm dokumentiert, einem Format, das durch die 1960er Jahre hindurch zum dominierenden Medium der Heimfotografie für Urlaubs- und Reiseaufnahmen wurde.

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