Alpines Schneefeld und Geröllhang, European Alps, 1950s — Archive & Atlas
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European Alps

Alpines Schneefeld und Geröllhang, European Alps, 1950s — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-D4F5D0

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On the image

Jemand hielt auf einem Bergpfad an, richtete die Kamera hinunter in eine grüne Talmulde und vertraute darauf, dass das Ergebnis so aussehen würde, wie sich der Moment angefühlt hatte. Selten trifft das zu. Was das Objektiv tatsächlich einfing, ist eine hartnäckige Zunge alten Schnees, die sich weigert, den Kampf gegen den Juli aufzugeben, eingeklemmt zwischen Geröll und einem Hang, der für alles außer verkrüppelten Kiefern zu steil ist.

In den 1950s war dies der Lohn für einen anstrengenden Tag oberhalb der Baumgrenze: kein Sessellift, kein ausgewiesener Aussichtspunkt, nur eine Rast an einer Wegbiegung, wo der Boden abfiel und der Ausblick die Blasen an den Füßen zu rechtfertigen schien. Die blasse, sich zurückwindende Linie auf dem gegenüberliegenden Hang ist ein Pfad, keine Narbe, ausgetreten von Stiefeln, die genau das taten, was diese Stiefel gerade taten.

Der Fotograf glaubte offenkundig, dass sich die Größe der Szene auf ein Dia von drei Zoll übertragen ließe. Meist gelang das nicht, doch der Schmelzwasserbach, der weiß durch das Gras schneidet, belegt still weiterhin, dass der Berg real war und der Weg verdient wurde.

The historian's note

Die Aufnahme zeigt ein subalpines Tal in den European Alps, höchstwahrscheinlich in Switzerland, Austria oder France, fotografiert in den 1950s, auf dem Höhepunkt des touristischen Alpinerlebens der Nachkriegszeit. Verbesserte Bahn- und Straßenanbindungen, gepaart mit einem Boom der Amateur-Farbfotografie, brachten zunehmend Wanderer und Gelegenheitsreisende in Gelände, das zuvor professionellen Bergsteigern und Hirten vorbehalten war.

Der Fleck beständigen Schnees und der darunterliegende Geröllfächer sind typische Merkmale einer nordexponierten Rinne oder Schlucht in mäßiger Höhe, wo Schnee bis in den Sommer hinein liegen bleiben kann, während die umliegenden Hänge bereits vollständig ergrünt sind. Die schwach sichtbare Querlinie am gegenüberliegenden Hang entspricht einem Vieh- oder Wanderpfad, wie er von alpinen Gemeinschaften zum Zwecke des Weidezugangs unterhalten wurde.

Es sind weder Gebäude noch Ortsmarkierungen oder Beschilderungen erkennbar, die eine Identifizierung eines bestimmten Tals oder Gipfels erlauben würden; der Ort ist daher als repräsentative alpine Landschaft dieser Zeit zu betrachten, nicht als dokumentierte, benannte Stätte.

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