Bemalte Probennummern auf gefasstem Purpurgestein, Feldvermessung 1960er Jahre — Archive & Atlas
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Bemalte Probennummern auf gefasstem Purpurgestein, Feldvermessung 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-24D557

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On the image

Jemand stand an diesem Hang mit einer Dose gelber Farbe und einer Aufgabe: das Gestein kennzeichnen, damit man es wiederfinden konnte. Die Nummern 88 und 68, mit einer Hand aufgetragen, die wohl fester stand als der Untergrund es zuließ, gehören zur stillen Bürokratie der Geologie der Mitte des 20. Jahrhunderts, als eine Mineralsondage oder ein Schürfrecht noch auf von Hand beschrifteten Proben beruhte, lange bevor jemand einem Koordinatenpaar zutraute, die gleiche Arbeit zu leisten.

Das Gestein selbst tat die interessantere Arbeit ohne danach gefragt zu werden, gebändert von tiefem Pflaume zu knochenweißem Weiß, dort, wo mineralhaltige Flüssigkeiten einst durch eine Verwerfung drangen und ihre Handschrift eher in Farbe als in Worten hinterließen. Die Nummern des Vermessers sitzen auf diesem geologischen Datensatz wie ein Eigentumsanspruch, zuversichtlich, daß eine Farbdose ein paar hundert Millionen Jahre Metamorphose aus dem Feld schlagen konnte.

Wer auch immer 88 schrieb, nahm an, daß die Nummer irgendwann für jemanden etwas bedeuten würde, irgendwo weit weg von dieser Felswand in einem Büro. Das Gestein hat seinen Teil des Pakts viel länger gehalten als irgendeinen Aktenschrank, der je den Schlüssel gehabt hätte, was 88 eigentlich beweisen sollte.

The historian's note

Die auf diesem Aufschluss sichtbaren bemalten Ziffern sind Feldvermessungsmarken, eine Standardpraxis bei der geologischen und bergbaulichen Erkundung der Mitte des 20. Jahrhunderts. Vermesser und Prospektoren kennzeichneten Gesteinsflächem direkt mit Farbe, um Probenpunkte, stratigraphische Abschnitte oder Schürfgrenzen zu identifizieren, wobei sie die bemalte Nummer auf eine Geländekarte oder ein Feldnotizbuch zurückbezogen, das im Lager oder in einem Büro geführt wurde.

Die stark gebänderte, purpurne bis weiße Färbung des Gesteins zeigt eine metamorphe oder hydrothermal alterierte Formation an, wo mineralhaltige Flüssigkeiten entlang von Bruchstellen drangen und sichtbare mineralogische Verfärbung hinterließen. Solche Formationen waren häufig das Ziel der Mineralsondage nach dem Krieg im Westen der USA, als die Nachfrage nach Kupfer, Mangan und anderen strategischen Metallen umfangreiche kleinmaßstäbliche Prospektionen vorantrieb.

Kein Minienname, keine Bergbaugesellschaft und keine genaue Lokalisierung ist im Bild lesbar, daher kann die spezifische Vermessung, die dies dokumentiert, allein aus dem Bild nicht etabliert werden. Das Fotografiewerk bewahrt dennoch eine standardisierte, wenig technologische Methode der Gelände-Dokumentation, die vor GPS und digitaler Kartierung üblich war, bevor diese zu Routineinstrumenten der geologischen Feldarbeit wurden.

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