Mann verschwindet neben altem Baumbestand, Pacific Forest, 1950er — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
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Old-growth forest, likely Pacific Northwest or Northern California

Mann verschwindet neben altem Baumbestand, Pacific Forest, 1950er — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-F8F06A

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On the image

Jemand hielt diese Familie auf einem Waldweg an, eigens um dieses Foto zu machen, und der Plan war denkbar einfach: eine Person in weißem Hemd neben die größten verfügbaren Bäume stellen, damit künftige Betrachter, ohne dass man es ihnen sagen müsste, verstehen würden, wie gewaltig diese Bäume waren. Das war die damals übliche Methode, um Größenverhältnisse abzubilden, da noch niemand ein Weitwinkelobjektiv besaß oder die Geduld, in Worten zu erklären, was 'groß' eigentlich bedeutet.

Das Ergebnis ist, was es in der Praxis immer war: eine Gestalt, reduziert zu einem blassen Fleck zwischen Stämmen, zu denen der Belichtungsmesser der Kamera keine rechte Meinung hatte, irgendwo zwischen Schatten und überstrahltem Sonnenlicht, das durch das Blätterdach fiel. Der Mann geht unbeirrt weiter, offenbar im Vertrauen darauf, dass der Fotograf daheim genau wüsste, wer das war und warum er es wert war, in einem Wald zu stehen.

Er hatte vermutlich recht. Familienalben mit Dias aus diesem Jahrzehnt sind voll von genau solchen Aufnahmen, technisch mangelhaft, emotional über jeden Zweifel erhaben, für immer aufbewahrt, weil jemand das Hemd wiedererkannte.

The historian's note

Der Nachkriegswohlstand und der Ausbau der Interstate- und Parkstraßensysteme machten den familiären Autourlaub bis in die 1950er Jahre zu einem Massenphänomen, und Nadelwälder mit altem Baumbestand im amerikanischen Westen und im Pacific Northwest wurden zu festen Stationen solcher Reiserouten. Besucher fotografierten üblicherweise einen Begleiter neben dicken Stämmen, eigens um Größenverhältnisse zu vermitteln, eine kompositorische Gewohnheit, die älter ist als die Amateur-Farbdia-Fotografie jener Zeit, aber durch sie verstärkt wurde.

Der tiefe Schatten und das durchleuchtete Blätterdach, hier sichtbar, sind typisch für Amateuraufnahmen ohne Blitz unter dichten Waldbedingungen, bei denen die Amateurkameras jenes Jahrzehnts Schwierigkeiten hatten, Schatten und Lichter auszugleichen. Solche Aufnahmen, technisch bescheiden, bilden dennoch einen erheblichen Teil der erhaltenen privaten Reisearchive, die den touristischen Freizeitverkehr der Mittelamerikaner in bewaldete öffentliche Gebiete um die Mitte des Jahrhunderts dokumentieren.

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