Kätzchen wird einem Kind mit Sandalen präsentiert, Hinterhof der 1950er — Archive & Atlas
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Kätzchen wird einem Kind mit Sandalen präsentiert, Hinterhof der 1950er — Archive & Atlas

Unattributed 1950–1959

AA-2026-8C4233

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On the image

Jemand hat ein Kätzchen gefunden, und jemand anderes wurde herbeigerufen, um es zu würdigen – so liefen die meisten Wildtierbegegnungen der Kindheit ab, bevor das Fernsehen Kindern etwas Genügsameres zum Anstarren bot. Die präsentierende Hand gehört einem Erwachsenen, der das Tier mit der übertriebenen Vorsicht einer Person hält, der man bereits zweimal gesagt hat, es nicht zu drücken. Das Kind erscheint in weißen Ledersandalen, dem damaligen Standard-Sommerschuhwerk, konstruiert weniger für Komfort als für die Fähigkeit einer Mutter, einen kleinen Fuß am Tagesende abzuspritzen.

Der Rasen selbst leistet in dieser Szene stille Arbeit, ein dichter, bewusst kultivierter Teppich der Art, die Vorstadtbewohner der Nachkriegszeit eher als moralische Leistung denn als Hobby betrachteten. Niemand in den USA der 1950er Jahre bekam einen solchen Rasen aus Zufall; es brauchte Dünger, einen Handrasenmäher und einen Wetteifer, der auf die Nachbarn gerichtet war. Das Kätzchen seinerseits hat zu all dem keine Meinung und erträgt es einfach, wie ein Beweisstück in einem Prozess hochgehalten zu werden, den nur die Menschen verstehen.

Was die Kamera tatsächlich festgehalten hat, ob beabsichtigt oder nicht, ist die exakte Geometrie eines familiären Hinterhofrituals: die gebende Hand, der empfangende Fuß, und das Gras dazwischen, das für die Vorstellung eines ganzen Jahrzehnts von einem ordentlichen Zuhause steht.

The historian's note

Diese Szene dokumentiert einen alltäglichen häuslichen Moment im amerikanischen Hinterhof der 1950er Jahre, einer Ära, in der das Vorstadt-Eigenheim nach den Bauboomen der Nachkriegszeit rasch zunahm und gepflegte Rasenflächen zu einem weit verbreiteten Zeichen häuslicher Ordnung und Status wurden. Die Anwesenheit eines kleinen Kindes in Ledersandalen und ein aus nächster Nähe gehaltenes Kätzchen spiegeln gewöhnliches Familienleben wider, nicht eine inszenierte oder kommerzielle Fotografie.

Solche informellen Aufnahmen, meist mit Heimkameras und dem damals üblichen Diafilm gemacht, bilden einen umfangreichen, aber historisch wertvollen Bestand an Material, das alltägliche häusliche Gepflogenheiten, Kinderkleidung und Haustierhaltung in Haushalten der Jahrhundertmitte dokumentiert. Anhand des Bildinhalts allein lässt sich weder ein bestimmter Ort noch eine bestimmte Familie identifizieren.

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