Mädchen im Magentamantel, Vorstadthof, 1960er Jahre — Archive & Atlas
An interpretation of depth — not a measured reconstruction
Depth is precomputed and interpretive — the scene falls back to the flat image where a browser can't render it.

American suburb (unidentified)

Mädchen im Magentamantel, Vorstadthof, 1960er Jahre — Archive & Atlas

Unattributed 1960–1969

AA-2026-71C829

The Archivist
Ask about this image
Archivist
Sign in to ask the Archivist about this image.
Step into the scene
Off by default. Turning it on lets the image respond to your cursor with a shallow sense of depth, rebuilt from a depth map computed when the image was catalogued. It is an interpretation for looking, not a measured 3D model — and it falls back to the flat image where the browser can't render it.

On the image

Jemand hat diesen Mantel mit echtem Überzeugungseifer gekauft. Magenta mit weißem Rennstreifen über der Vorderseite und einem einzelnen übergroßen Knopf – er stammt aus einer Zeit, in der Kinderoberbekleidung nicht praktisch sein musste, sondern nur von weiter Entfernung aus sichtbar sein sollte. Die Theorie war, dass ein laut genug gekleidetes Kind problemlos über einen ganzen Schulhof hinweg verfolgbar wäre.

Sie steht für die Kamera mit dem charakteristischen Blinzeln eines Kindes, dem befohlen wurde, in diese Richtung zu schauen und zu lächeln – nicht in die Sonne. Hinter ihr leistet der Hof seine stille Bestandsaufnahme der 1960er Jahre, ganz mühelos: ein rohes Holzbretterzaun, ergraaut, ein Versorgungsmast, den zwei durchhängende Drähte in den Himmel sticken, und der Gitterkern eines Schaukelrahmens, der als Spielgerät dient – genau das Zeug, das jede Wohnanlage installierte und das jede Versicherung später bereuen würde.

Das aufstrebende Vorstadtdach hinter der Zaunlinie, scharf und neu, datiert die Szene so zuverlässig wie die Frisur. Ein Pony, gerade durchgeschnitten, im Heim-Scherenschnitt-Stil, war Standardausrüstung für Mädchen des Jahrzehnts, deren Mütter strenge Ansichten und keine Zeit für einen Friseursalon hatten.

The historian's note

Die Fotografie dokumentiert einen Wohnhof in einer neu gebauten amerikanischen Vorstadt der 1960er Jahre, erkennbar an der rohen, unverwitterten Holzbretterverschalung, dem hölzernen Versorgungsmast mit Freileitungen und dem frisch errichteten Dach hinter der Zaunlinie – alles typisch für die Nachkriegs-Typenhaussiedlungen, die sich während dieser Zeit über den amerikanischen Westen und Südwesten ausbreiteten.

Der leuchtend farbige, kühn verzierte Mantel des Kindes entspricht der Mainstream-Kindermode Amerikas der Mitte bis späten 1960er Jahre, als synthetische Stoffe und gesättigte Farbstoffe zu erschwinglichen und beliebten Preisen für den Alltag wurden – ein Bruch mit der gedämpfteren, maßgeschneiderten Kinderkleidung früherer Jahrzehnte.

Hofspielgeräte diesen Entwurfs, besonders Rahmen aus Stahlrohr-Gitterwerk, waren ein verbreitetes Merkmal von Vorstadthäusern dieser Epoche und spiegeln die Nachkriegsbetonung auf privaten Wohnbereich als Kinderunterhaltung – eine Alternative zu öffentlichen Parks.

Subjects & keywords — each links to a search

From the community

Identifications, corrections, and discussion from readers — reviewed by a librarian before appearing here.

Sign in to add an identification, correction, or comment.

No notes yet — be the first to add what you know about this image.

Archive & Atlas — The Archive AA-2026-71C829 · jpg · Open